Die Nackten und die Doofen (4)

Geschrieben von messitschbyburns am 09. April 2008 | Die Nackten und die Doofen


Neues aus der Welt der Nackten und der Doofen. Heute:

Brustwarzen des Terrors!

Jeder von uns kennt das mulmige Gefühl, mit dem man im Flughafen die Sicherheitsschleuse durchschreitet, um mit klopfendem Herzen auf das Piepen zu warten, das signalisiert: Du — ja, du! — trägst etwas Böses bei dir! Arme hoch! Gürtel ab! Schuhe aus!

Auf Socken und mit schlackernder Hose schleicht man wieder und wieder durch das unheimliche Tor, bis das Piepen verstummt, man seine Sachen zusammenrafft und sich unter anspornenden Rufen des Sicherheitspersonals — schneller, wir haben nicht ewig Zeit! — notdürftig ankleidet.

Bisher beschränkte sich das demütigende Prozedere darauf, sich notfalls in der Unterhose, aber nicht vollkommen nackt vor dem interessiert blickenden Personal zu präsentieren. In den USA ist man nun einen halben Schritt weiter:

“Eine 37-Jährige musste an einem US-Flughafen beide Brustwarzen-Piercings entfernen (…) Die Grafikkünstlerin war nach Aussage ihrer Anwältin auf dem Weg zu ihrem Gate in Richtung Dallas, als der Metalldetektor der Sicherheitsschleuse anschlug. Sie sei von Beamten gebeten worden, ihren Schmuck zu entfernen. Während die Frau hinter einem Vorhang die Piercings mit einer Zange entfernen musste, hätten die Beamten im Hintergrund gekichert.”

Die Frau durfte sich zwar eigenhändig entkleiden und einen Vorhang zwischen sich und das Personal schieben; allerdings muß mindestens ein Beamter oder eine Beamtin das Resultat vorher und nachher begutachtet — sprich, auf die nackten Brüste der Frau gestarrt — haben. Sonst wäre die Zangenoperation nicht nur respekt-, sondern sinnlos gewesen.

Die US-Luftsicherheitsbehörde TSA begründet diese rabiate Maßnahme — wen wundert’s — mit der Terrorbekämpfung:

“‘Wir haben aber auch Kenntnisse darüber, dass Terroristen das Ziel haben, gefährliche Gegenstände in sensiblen Bereichen des Körpers zu verstecken. Deshalb ist es unsere Pflicht gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit, jede Störung, die wir entdecken, zu beseitigen’ (…) Es gebe eine wachsende Zahl von Vorfällen, in denen weibliche Terroristen Sprengstoff in ihren BHs mit sich führen.”

Sprengstoff im BH ist sicher ein gefährliches Ding, vor allem für die BH-Trägerin. Worin allerdings die Pflicht der TSA gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit besteht, Brustwarzen-Piercings von deren Trägerin mit einer Zange herauspopeln zu lassen, weiß nur der Gott der Voyeure.

Sollten die Experten der TSA tatsächlich glauben, ein Piercing aus Metall diene als ferngesteuerter Zünder? Oder meinen sie, im Innern eines hohlen Piercingrings ließe sich Sprengstoff transportieren? Für diesen Fall fortgeschrittener Verblödung haben wir ein paar Tipps:

Die Kreiselbombe. Wenn sich das Flugzeug in einem bestimmten Winkel seitwärts neigt, berühren sich Kette und Perle, schließen einen Schaltkreis und zünden die Bombe in der Stullenbüchse des Piloten.

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Die Perlenbombe. Die Terroristin tut so, als würde sie sich an der Brust kratzen. In Wahrheit dreht sie heimlich die Perle einmal nach vorn, einmal nach hinten, neunmal nach vorn, zweimal nach hinten und einmal nach vorn. Das ist der geheime Code, mit dem die Bombe in der Stullenbüchse des Piloten gezündet wird.

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Die Stabbombe. Kreuzgefährlich. Nach dem Start begibt sich die Terroristin auf die Bordtoilette, umfaßt beide Kugeln und zieht das harmlos scheinende Piercing wie einen Teleskopstab auseinander. Die Kugeln verbergen Stromversorung und Sender; der Stab ist die Antenne. Die Terroristin richtet die Antenne zum Cockpit, aktiviert den Sender und zündet die Bombe in der Stullenbüchse des Piloten.

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Die Starbombe. Bevorzugtes Objekt der terrorisierenden High Society. Wird während Großereignissen wie dem Superbowl eingesetzt. Scheinbar integre Personen entblößen plötzlich vor aller Öffentlichkeit ihre Brust, was vom Publikum als textile Panne mißverstanden wird. In Wirklichkeit ist es jedoch eine Verzweiflungstat gefallener Stars, die in diesem Augenblick die Bombe in der Stullenbüchse eines Piloten zünden, um noch einmal ein Viertelstündchen des längst verblaßten Ruhmes zu erhaschen.

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Und ein Geheimtipp für die TSA: Niemals diese Frau einreisen lassen!

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Sie könnte stinknormales Silikon vor sich her tragen. Ganz harmlos. Was aber, wenn sie mit Sprengstoff gestopft ist? Ganz gefährlich!

Übrigens:
Wer garantiert, daß ein gütiges Großmütterchen, das auf zwei Krücken durch die Schleuse humpelt, keine Terroristin ist, die über den Wolken eine als künstliches Hüftgelenk getarnte schmutzige Bombe mit großem Kawumm explodieren läßt? Schon mal über spontane Hüftoperationen nachgedacht, TSA?

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