Sehr geehrter Herr von Weizsäcker!

Geschrieben von messitschbyburns am 31. März 2008 | Musik


Sie schreiben:

“Der Pop wird immer jünger. Erwachsenen ist der Zutritt zu vielen Konzerten inzwischen verboten.”

Woher wissen Sie, daß Erwachsenen der Zutritt zu vielen Konzerten inzwischen verboten ist?

Wieviel sind viele? Worauf beziehen Sie sich? Auf Stadion- oder Clubkonzerte? Open Airs? Alle Konzerte? In Deutschland, Europa oder den USA?

Haben Sie die Anzahl der Konzerte persönlich ermittelt? Ganz allein, oder hatten Sie Helfer? Wieviel Konzerte durften Sie überprüfen? In welchen Städten und Ländern? Hat man Ihnen die Spesen erstattet?

Noch eine persönliche Frage: Sind Sie wirklich älter als 14 Jahre? Wir fragen nach Ihrem Alter, weil uns Ihre Wortwahl irritiert:

Der neueste Schrei in London sind nun die sogenannten ‘Underage’-Partys und -Konzerte, bei denen Über-18-Jährige gar nicht erst zugelassen sind.”

Uns will nicht in den Kopf, daß jemand nicht weiß, daß Konzerte (und Diskos) für Jugendliche unter Ausschluß der Erwachsenen nicht der neue oder neueste Schrei sind, sondern so alt wie die Runzeln am Arsch von Mick Jagger. Mindestens.

Allerdings nannte man das früher nicht Underage, sondern P12 oder P14. Einlaß am Nachmittag und nur für den, der jünger als 18 Jahre alt war; Ende spätestens 20:00 Uhr, um den Saal für die Älteren umzubauen, die ab 21:00 Uhr vor der Tür standen. Das war Ihnen wirklich nicht bekannt? Dann sind Sie noch recht jung?

Nun gut. Aber Ihre konkreten Zahlen werden Sie doch nennen, oder?

In gespannter Erwartung,
Messitsch by Burns

Falls sich mehrere von Weizsäckers angesprochen fühlen: Wir meinen nicht die schwarzbraune Haselnuß Richard von Weizsäcker, die in der Uniform der faschistischen Wehrmacht in Polen einmarschierte, anschließend am Unternehmen Barbarossa — dem Vernichtungsfeldzug gegen die Sowjetunion — teilnahm, sich zum Oberleutnant hochdiente und den Krieg als Hauptmann der Reserve am Bodensee beendete.

Wir meinen einen gewissen Johannes von Weizsäcker. Wer immer das sein mag.

3 Kommentare ↓

#1 Torben am 30.01.09 um 12:36

_Der_ Johannes von Weizsäcker, dessen Hinterteil allein bereits einen größeren Schatten wirft, als es dein gesamtes Lebenswerk je tun wird.

#2 admin am 30.01.09 um 14:40

ROFL

Der Ärmste leidet unter einem Reiner-Calmund-Gedächtnis-Arsch? Muß er Doppelsitze buchen, wenn er nach London fliegt, um knackige junge Menschen bei Underage-Konzerten zu spannen?

Apropos: Die Underage-Sensation ist schon wieder verflogen. Hätten Sie’s gewußt?

Wir empfehlen dem Gesäßkünstler, seine Notizen aufzubewahren. Er kann seine alten Hüte nach jedem Redakteurswechsel in der BLZ als brandheißes Ding verbretzeln. Das merkt dort keiner, glauben Sie uns.

Grüßen Sie bitte den analgeplagten Herrn von Weizsäcker recht herzlich von uns. Vielleicht nicht unbedingt nach Art der schwarzbraunen Haselnuß, mit kernigem “Sieg Heil” und ausgestrecktem rechten Arm. Ein verschämt gemurmeltes “Beim Führer wär das nicht passiert” genügt ganz sicher.

#3 Gerhard Lepa am 01.02.10 um 19:57

Heute bin ich in der Berliner Zeitung (1. Februar 2010) Johannes von Weizsäcker erstmals bewußt begegnet. Es war seine Kolumne “Super, Zensur”. Dieser Beitrag sparte mir viele Tests, denn jetzt ist klar, warum immer wieder Emails verschwinden. Ich war mir auch gleich sicher, hier spricht der offensichtlich “unverbogene” Sohn von Friedrich.
Gerhard Lepa

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