Vampire Weekend
“Vampire Weekend”
(p) 2008, XL Recordings/Beggars Group

In der Liste der Flops der Wintersaison 2008 souverän auf Platz 10: Vampire Weekend.
Ihre Vorliebe für Afro-Pop wollen wir ihnen gerne glauben. Auch, daß sie Paul Simons Graceland lieben, oder, daß sie einfach nur tolle Musik machen wollten. Sich Graceland auch nur auf 1000 Meilen nähern zu wollen, ist allerdings eine tollkühne Hybris.
Keiner der vier New Yorker Studenten besitzt die Statur von Paul Simon. Der Mann war nicht nur ein begnadeter Songwriter; er hatte 1986 schon 20 Jahre Musikgeschäft auf dem Buckel. Graceland mag politisch, kulturell und musikalisch umstritten sein, aber den Titelsong behält man sein Leben lang im Ohr.
Von Vampire Weekends erster CD bleibt nichts zurück. Sie mühen sich redlich, sezieren die großen Vorbilder und spielen auf seltenen, exotischen oder vergessenen Instrumenten. Sie hatten gewiß die allerbesten Vorsätze. Aber etwas fehlt ihrer Musik: Die Seele. Die kann man nicht aus dem Mischpult zaubern.
Ihre Songs sind Plastik-Ethno. Konstruierte Produktionen mit inszenierter Begeisterung. Künstlich wie eine kleine Wunderkerze. Kaltes Feuer, das schnell verglüht. Man verbrennt sich nicht mal die Finger.
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