Das Leben als pensionierter Politik-Star ist schwer. Früher umschwärmt, bewundert und Held eines eigenen Computerspiels; heute nur noch ein schmaler Schatten im Rücken des mächtigen Lafontaine — das schlägt aufs Gemüt und verwirrt die Sinne.
Gestern Morgen sprach Gregor Gysi zu Journalisten:
“Man kann nicht erst für Volksentscheide sein und sie dann ignorieren, wenn er nicht das gewünschte Ergebnis bringt.”
Gestern Mittag faxte Gregor Gysi an Journalisten:
“Nachdem ich mich mit zuständigen Vertretern des Senats in Berlin noch einmal genauer über die Rechtslage informiert habe, muss ich meine Meinung von heute früh korrigieren. Ich hoffe, dass der Volksentscheid nicht mit einer Bejahung der Fortsetzung des Flugbetriebs in Tempelhof endet.”
Der Jurist Gysi hätte nur den Wikipedia-Artikel über den Flughafen Tempelhof lesen müssen:
“Am 12. Februar 2007 bestätigte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Rechtmäßigkeit des Schließungsbescheides des Berliner Senats. Am 4. Dezember 2007 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz die Entscheidung des OVG.”
Kurz, präzise und glasklar zusammengefaßt. Nicht einmal die ICAT-Sturmtruppen konnten diesen Wiki-Absatz löschen oder manipulieren. Er resümiert nur die Fakten: Der Flughafen Tempelhof wird geschlossen, egal, wie der Volksentscheid ausgeht. Jeder Berliner kennt die OVG-Entscheidung inzwischen auswendig, sofern er die letzten Wochen nicht im Kryoschlaf verdämmert hat.
Außer Gysi, dem gefallen Captain.
1 Kommentar ↓
Daß die Schließung rechtmäßig ist, heißt noch lange nicht, daß der Weiterbetrieb rechtswidrig wäre…
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