Ein bißchen Rassismus hat noch keinem geschadet

Geschrieben von messitschbyburns am 24. April 2008 | Braune Soße, CDU, SPD, Tempelhof


Denkt die ICAT und plakatiert vier Tage vor dem Volksentscheid über den Flughafen Tempelhof das Gesicht einer sommersprossigen jungen Frau mit weit aufgerissenen Augen, deren Mund bis zur Nase von einer schwarzen Pranke zugehalten wird.

Überschrift: “Wir lassen uns den Mund nicht verbieten!”

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Wowereits Hand kann es nicht sein. Ein Farbiger hat sich im Kampf um die Wahlurnen nicht geäußert. Wer soll es dann sein? Ein Moslem? Die haben mit Tempelhof nichts am Hut. Ebenso gut könnte man Indianer oder Eskimos für Tempelhof mißbrauchen. Doch vor denen fürchtet sich der Westberliner Kleingärtner nicht. Der braucht die Angst vorm schwarzen Mann, die ihn im Bauch kitzelt und zur Abstimmung treibt.

Das weiß die ICAT, deren millionenschwere, aus unbekannten Quellen finanzierte Kampagne von professionellen Meinungsmachern betreut wird. Die ICAT mobilisiert den rechten Rand nicht zufällig. Sie trifft damit die xenophobe Grundhaltung der CDU- und FDP-Basis. Sie braucht jede Stimme, um Wowereit vorzuführen, auch die des NPD-Wählers und “Ausländer raus”-Rufers.

Und weil die Zeit bis zum Sonntag drängt, wirft der unverdrossen für Tempelhof agitierende Tagesspiegel auch heute wieder mit falschen Behauptungen um sich. Diesmal steigt ein Herr namens Schuller in die Niederungen des Populismus. In einem wirren Kommentar konstruiert er einen Bogen von Wowereit zu Mugabe, dem Schlächter Simbabwes. Dann denunziert er die SPD mit einer Lüge:

“Aber um allen das schöne demokratische Kribbeln zu vermitteln, sie könnten wirklich über etwas entscheiden, pflastert die SPD wie bei jeder anständigen Wahl die Stadt mit Wahlplakaten gegen den Flughafen.”

Falsch, Herr Schuller. Die Stadt ist nicht mit Senatsplakaten — denn nicht die SPD, sondern der Senat plakatiert — zugepflastert. Dessen kleine Poster hängen hoch oben an Laternenpfählen und fallen weniger auf.

Wirklich zugepflastert, nein, zugeschissen ist Berlin mit den Großplakaten der ICAT. Seit Wochen gibt es kaum noch eine Kreuzung, einen Straßenrand oder Platz, auf denen nicht die Plakatwände der ICAT stünden. Die ICAT selbst verlinkt auf ihrer Website zu Fotos, um ihre erfolgreiche Plakatflut zu dokumentieren.

Das zu übersehen und in eine Kampagne der SPD umzudeuten ist unterste Schublade. Allerdings scheint das Verbiegen der Wahrheit beim Tagesspiegel, der seine Leser seit Wochen mit redaktionellen Exzessen pro Tempelhof penetriert, zum täglichen Geschäft zu gehören. Vorgestern Appenzell, heute Schuller, morgen irgend ein anderes ICAT-Mäulchen.

4 Kommentare ↓

#1 yeahpope am 25.04.08 um 09:05

Hey, ein guter Post dazu, insgesamt auch ein sehr nettes Blog. Ich linke zu dir rüber!

#2 korrekt am 25.04.08 um 10:04

CDU-Pflüger hat gestern im rbb ja schon eindringlich vor einer “Hasenheide XXL” gewarnt, wenn in Tempelhof keine Flugzeuge mehr starten. Hasenheide, das ist das mit den bösen schwarzen (!)Drogendealern.

#3 Alexa Kaufhof am 25.04.08 um 13:30

Das mit der “Hasenheide XXL” ist der Standard-Spruch von FDP-Linder. Den spuckt er praktisch rund um die Uhr aus.

#4 Gumbo am 26.04.08 um 23:34

Darin etwas rassisitisches zu sehen ist echt schon paranoid. Aber jeder sieht eben, was er sehen will. Apropos: Warum ist dieser Blog eigentlich in NSDAP Farben gehalten?

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