Computerspieler sind Schulschwänzer

Geschrieben von messitschbyburns am 05. Mai 2008 | Killerspiele


Erinnert sich noch jemand an die Hysterie um Counterstrike? Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Debatte um Ego-Shooter wurde dieses Spiel in den Jahren 2005 und 2006 zum Paradebeispiel für sogenannte Killerspiele erklärt.

So plötzlich, wie Counterstrike zum großen Bösen stilisiert wurde, verschwand das Spiel wieder aus den Blickfeld der aufgeregten Hühner. Inzwischen berichtet SPON in der Rubrik Netzwelt über Turniere mit Counterstrike als eine Meldung unter vielen. Im Text taucht das Wort Killerspiel nicht mal mehr auf.

Denn die neue Sau heißt World of Warcraft.1 Den Anfang machte der Psychologe Wolfgang Bergmann, einer von Töpfchen-Pfeiffers Nachplapperern. Bergmann und Pfeiffer spielen in derselben Liga: Unbeschwert von Wissen, Verstand und Sachkenntnis, aber mit Inbrunst in jede Kamera labernd, die auf Sendung ist.2

Sein großer Mentor Töpfchen-Pfeiffer griff Bergmanns WoW-Bashing dankbar auf, legte aber noch eine Schippe nach. Im Zusammenhang mit gesetzlichen Initiativen gegen Schulschwänzer und der Forderung, die spielbaren Computer in Elektronikmärkten bis 15:00 Uhr zu sperren, babbelte er:

“‘Das ist ein sinnvoller Vorschlag, aber es wird Schuleschwänzen nicht verhindern’, sagt Pfeiffer. Von Onlinespielen wie ‘World of Warcraft’, die ab zwölf Jahren freigegeben sind, gehe eine echte Gefahr aus. Es sei zwar nicht so brutal wie beispielsweise der ‘Pate’, aber es hat keinen Anfang und kein Ende.”

Dazu fällt uns ein müder Spruch ein: “Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.” Außerdem steht WoW vor der Verfilmung durch Legendary Pictures, jener Company, die u.a. Superman Returns, Batman Begins und 300 realisierte. Dann hat WoW wenigstens im Kino einen Anfang und ein Ende.

Doch Töpfchen-Pfeiffer ist nicht nach Kalauern zumute. Er will die harte Tour:

“Solche Spiele müssen verboten werden, aber der Staat schaut nur zu.”

Dazu fällt uns noch ein müder Spruch ein: “Jeder macht sich lächerlich, so gut er kann.” Töpfchen-Pfeiffer ist darin Meister. Sein Adlatus Bergmann holt aber auf.

  1. Meistgespieltes Rollenspiel in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Europa mit über zehn Millionen Accounts. Auszeichnungen: Gold- und Platin-Award für die Zahl verkaufter Spiele 2004, Best Game of the Year 2004, Best PC Game of the Year 2004, Best Massively Multiplayer Online Game 2004, Editor’s Choice Award 2004, Deutscher Entwicklerpreis der Jury in der Kategorie “Bestes internationales Onlinespiel” 2005, Best Mac OS X Entertainment Product 2005, Spiel des Jahres (Gamestar) 2005 []
  2. Die Wissenschaftlerin Cheryl K. Olson, die unter dem Titel “Grand Theft Childhood” eine der größten Studien zum Thema Computerspiele durchgeführt hat, urteilt über Denkschnorchel wie Bergmann und Pfeiffer: “Mit Verlaub, aber die meisten Studien zum Thema sind Müll. Sie werden von Psychologen durchgeführt, die keine Ahnung von Videospielen haben und Menschen in einer künstlichen Umgebung 15 Minuten Games spielen und vergleichen lassen (…) Meistens werden Extreme gegenübergestellt. Wie ein Egoshooter und ein Adventure wie ‘Myst’, bei dem gar nichts passiert. Kein Wunder, dass herauskommt, Shooter würden eher die Aggression fördern. Außerdem wird die meiste Forschung von Institutionen finanziert, die ein bestimmtes Resultat zu Tage fördern möchten.” []

4 Kommentare ↓

#1 Onlinespiele am 05.05.08 um 21:37

es gibt auch schon flash versionen von counter strike. Siehe link. ich denke es wird wieder kommen

#2 Spiel-und-Ehre » Blog Archive » Re: Jugendgewalt und Spiele - Quake 3 indiziert am 08.05.08 um 08:04

[…] von dem Spiel bekommt man die > Ausbildung, aber nciht die Agression. > hi poem, neine, diese story ist falsch und widerlegt. lies mal http://www.moeffju.de/games_and_violence.html dazu, die url […]

#3 wolfgang bergmann am 07.01.10 um 18:53

mein lieber mann - stolpere grad über diesen blog - das soll ein witz sein, ja? ! dann ist es ja gut! pfeiffer und ich sind sozusagen “gegenspieler” in der computerspiel-Debatte, ahnungslos bin ich übrigens auch nicht, geht gar nicht, bei zwei, inzwischen erwachsenen Söhnen - in jede kamera hinein rede ich gegen das voreilige schuldzusprechung an computerspiele und internet nach jedem amoklauf oder sonst einem thema ähnlicher art - kurzum, bevor man gegen menschen polemisiert, sollte man sich doch ein ganz klein wenig mit dem befassen,was sie sagen und publizieren (zum beispiel ind er “welt” findet man leicht im internet - nei hingekuckt, ne? oder? nein? denken liegt einem nicht so? lesen auch nicht? naja, dann kann ichs auch nicht ändern (übrigens heißt eines meiner bücher “computer machen kinder schlau” - und das hätte pfeiffer auch geschrieben haben können???) wolfgang bergmann

#4 admin am 08.01.10 um 00:04

Leiden Sie unter einem eingeschränkten Langzeitgedächtnis?

Nur fürs Protokoll:

Am 17. Juni 2009 sind Sie schon einmal “zufällig” über dieses (und nicht diesen — eine Rechtschreibschwäche ist Ihnen also auch noch zu attestieren) Blog gestolpert:

http://www.messitschbyburns.de/archives/636#comments

In unserer Antwort auf Ihren Kommentar finden Sie alle Belegstellen für Ihre aberwitzigen, von keiner Sachkenntnis getrübten, aber mit reichlich Dummschwatz und in selbstgefälliger Gockelei vorgetragenen Vorverurteilungen jugendlicher Computerspieler als Täter. Der wahre Täter war jedoch ein Einzelgänger, der nicht am Computer spielte.

Und noch mal fürs Protokoll:

Jemand wie Sie, der einen grauenvollen Vorgang wie den Holzklotzwurf nur elf Tage nach der Tat — und damit *vor* Abschluß der polizeilichen Ermittlungen — ohne zu Zögern einer Gruppe Jugendlicher zuschreibt und diese Jugendlichen selbstverständlich mit Computerspielern in Verbindung bringt, müßte nach Bekanntwerden seines Irrtums in Sack und Asche gehen.

Daß Sie aber ungerührt weitermachen, als wäre nichts geschehen, daß Sie ihr Gesicht immer noch als sog. “Experte” in TV-Kameras halten und daß Sie nach Ihrem Holzklotz-Eklat nach wie vor an Kindern herumtherapieren, die Ihnen schutzlos ausgeliefert sind, ist ein Skandal.

Daran werden wir Sie immer wieder erinnern.

Mein Kommentar: