Totaler Sieg für Friedbert Pflüger

Geschrieben von messitschbyburns am 28. April 2008 | Pflüger, Tempelhof


Der größte Friedbert aller Zeiten ließ sich heute als Sieger feiern:

“Wowereit darf den Mehrheitswillen der Berlinerinnen und Berliner nicht ignorieren.”

In Friedberts Welt sind 21,7 Prozent mehr als 78,25 Prozent. Und Tempelhof ist ein harmonischer Katalysator für die Versöhnung zwischen Ost und West:

“Der Regierende ‘täte auch angesichts der enormen Spaltung zwischen West- und Ost-Wahlergebnissen sehr gut daran’, diese (Ja-)Stimmen nicht zu ignorieren.”

Die Ostbezirke und Friedrichshain-Kreuzberg stimmten geschlossen gegen Tempelhof. Selbst der Regierungsbezirk Mitte schaffte nicht das Quorum von 25 Prozent Ja-Stimmen. Beste Voraussetzungen für eine gesamtberliner Lichterkette über die Sektorengrenzen.

Doch für den Fall, daß er mit seiner Siegesfanfare einsam bleibt, relativiert Friedbert vorbeugend die Verbindlichkeit des Volksbegehrens:

“(Er) forderte den Senat auf, Tempelhof offen zu lassen. Wowereit habe immer argumentiert, der Volksentscheid sei rechtlich nicht bindend. ‘Warum sollte es dann das Quorum sein.’

Vier Tage vor der Abstimmung dröhnte er noch im Abgeordnetenhaus:

“Der Senat müsse sich nach der Entscheidung am Sonntag richten. ‘Es heißt nicht Volksratschlag, sondern Volksentscheid in der Verfassung.’

Was kümmert Friedbert sein Geschwätz von gestern. Heute wird Geschichte gemacht:

“Ich muss sagen, das ist ein toller Sieg. Wer das zu einer Niederlage macht, der hat von Demokratie nichts verstanden.”

Ach, Friedbert.

Geh heim. Im Garten in Hannover muß das Winterlaub geharkt werden. Geh, bevor du gegangen wirst. Und nimm die FDP-Stuhlprobe mit:

“Die Mehrheit der Berliner habe sich für die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof ausgesprochen sagte (FDP-Fraktionschef Martin Lindner) mit Blick darauf, dass rund 60 Prozent der Abstimmenden Ja angekreuzt hatte. Lindner verwies darauf, dass die SPD bei der Abgeordnetenhauswahl 2006 rund 424.000 Stimmen erhalten habe, etwa 80.000 weniger als jetzt für Tempelhof votiert hätten.”

Bist schon ein putziges Kerlchen, Lindner. Zwar eklig, aber irgendwie putzig. Wie ein Nacktmulch, den man fasziniert anglotzt, aber nicht mal mit der Zange anfassen möchte.

Setz dich mit Friedbert in die Sonne Hannovers und lest euch gegenseitig vor. Zum Beispiel die Prognosen der Süddeutschen Zeitung:

“Umfragen sagen eine satte Mehrheit für die Tempelhof-Befürworter voraus.”

Und klebt die Plakate eurer Kompagneros an den Gartenzaun. Damit auch die Nachbarn lachen können:

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Vorläufiges Ergebnis des Landeswahlleiters:

Stimmberechtigt: 2.438.034

Ergebnis absolut:
Teilnehmer: 880.808
pro Tempelhof: 530.231
contra Tempelhof: 348.388

Ergebnis in Prozent:
Teilnehmer: 36,1 Prozent der Stimmberechtigten

pro Tempelhof:
60,2 Prozent der Teilnehmer
21,7 Prozent der Stimmberechtigten

contra Tempelhof:
39,6 Prozent der Teilnehmer
14,2 Prozent der Stimmberechtigten

Für Nicht-Berliner Leser:
Die Abstimmung sah zwei Bedingungen vor: Die Ja-Stimmen (= pro Tempelhof) müssen überwiegen, und 25 Prozent der Berliner müssen pro Tempelhof stimmen. An der 25-Prozent-Hürde ist das Volksbegehren gescheitert.

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Das war ein fataler Irrrtum, Friedbert:
Springer und Holtzbrinck sind nicht das Volk.

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