Der RCDS macht einen Witz. Das ist nicht ungewöhnlich; im Witzemachen erschöpft sich sein Daseinszweck. Die Organisation, die mit vollem Namen Ring Christlich-Demokratischer Studenten heißt, ist ein gespielter Witz, ihre Mitglieder sind witzige Figuren und ihr Vorstand sieht aus wie ein Quartett aus dem Großen Buch der Witze: Drei übergewichtige Grinsbacken und ein bleicher Hungerhaken.
Mindestens zwei begnadete Komiker sind aus dem RCDS hervorgegangen: Wulf Schönbohm, bekannt als Bruder des Stand Up Comedians Stahlhelm Schönbohm, und Kriegbert Pflüger, legendärer Hannoveraner Pointenschmied.
Der Zweckverband bibeltreuer junger Menschen dachte sich also: Machen wir doch mal was ganz Verrücktes. Pinkeln wir einer linken Ikone aufs Grab. Drucken wir Plakate mit der hypergeilen Headline: Ciao, Guevara!

Hohoho! Haben Sie das Wortspiel erkannt, liebe Leser? Nicht Ché Guevara, sondern Ciao Guevara! Brüller! Wie werden die Bäuche der RCDS-Vorständler geschwabbelt haben vor Prusten und Wiehern. Zu recht! Komische Talente sind rar gesät, und kaum jemand ist komischer als der RCDS. Wo bleiben die Talentscouts des Quatsch Comedy Clubs, wenn man sie mal braucht?
Jetzt halten sie sich fest, liebe Leser: Die ulkige Nummer geht weiter. Denn der RCDS versteckt einen Witz im Witz:
Im Sommer 2005 flatterten bei der CDU die Nerven. Mitten im Bundestagswahlkampf rutschten die Umfragewerte für Angela Merkel ab, auch bei jungen Wählern. In allerhöchster Not glaubte ein pfiffiger Mitarbeiter der Wahlkampfzentrale der CDU, eine Montage aus Che Guevara und Angela Merkel könne auf diese Wähler sympathisch wirken. Sympathisch im Sinn von: CDU wählen.

Haben Sie den Witz im Witz verstanden? Nein? Dann erklären wir ihn:
Vor drei Jahren war Ché Guevara für die Christdemokraten ein sympathischer Strubbelkopf. Heute ist Ché Guevara für die Christdemokraten ein Massenmörder.
Hohoho! Was ist Cindy aus Marzahn gegen den RCDS? Thomas Hermanns, sofort anrufen: 030-616 518 11!
Und nun: Bitte anschnallen, liebe Leser. Weil die Party so schön in Schwung ist, setzen wir noch ein Knallbonbönchen oben drauf. Sind Sie bereit? Ab geht die Luzi:
Der RCDS hat Ciao, Guevara nicht erfunden, sondern geklaut entlehnt. Humberto Fontova, ein konservativer Exil-Kubaner, veröffentlichte 2007 das Buch Exposing the Real Che Guevara: And the Useful Idiots Who Idolize Him.

Kommt euch dieses Buches bekannt vor, RCDS? Wenigstens ein kleines bißchen? Habt ihr Fontovas Suada für euren Plakattext dezent umformuliert oder direkt übernommen — in der Hoffnung, es merke keiner?
Wollt ihr demnächst auch ein kreuzfideles Castro-Plakat drucken, frei nach Fontovas Buch Fidel: Hollywood’s Favorite Tyrant? Ja? Dann schlagen wir als Motiv einen fähnchenschwingenden Fidel vor. Mit der ISBN-Nummer des Originals als Fußnote.
Und falls ihr nach dem galaktischen Ciao, Guevara-Erfolg eine Zugabe plant, dann schaut euch vorher diese Bilder an. Ihr seid nicht die einzigen Humor-Artisten, die Ché Guevaras Portrait zu launigen Collagen verarbeiteten. Es gibt ihn bereits als
Homer Ché Simpson

George Ché Bush

Hillary Ché Clinton

George Ché Washington

Michael Ché Jackson

Saddam Ché Hussein

Gevatter Ché Tod

Das hier wird euch auch gefallen. Adolf Hitler im Guevara-Style:

Wir dachten, das paßt als Illustration zu eurer Solidaritätsadresse an Peter Krause, der nun doch nicht Kultusminister in Thüringen werden darf. Rahmt es ein und schickt es ihm als Päckchen nach drüben. Sozusagen von Herz zu Herz.
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