Malte Lehmings täglicher Lacher (5)

Geschrieben von messitschbyburns am 14. Mai 2008 | Lehming


Malte Lehming quietscht vor Begeisterung. Er glaubt, endlich die Linke auf seiner Seite zu wähnen, und fällt dabei böse auf die Fresse. Was ist passiert?

Wolfgang Nešković, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof und über die Parteigrenzen respektierter Politiker der Linkspartei, dem selbst Stuka Lehming kein Populismusgewölle vor die Füße göbeln konnte, sprach sich für eine militärisch unterstützte Hilfe in Birma aus:

“Da muss man militärisch eingreifen. Man kann die Menschen nicht im Stich lassen.”

Daraus strickt Schwachdenker Lehming folgende Legende:

“Plötzlich schwenkt der Peacenik zum Advokaten völkerrechtswidriger Angriffskriege unter Berufung auf eine höhere Moral um. Da wird keine andere Wange mehr hingehalten, sondern der Knüppel aus dem Sack geholt.”

Ach, Malte — du wirst stündlich blöder. Gibt es denn keine Grenze nach unten? Wie findest du nur deinen Arbeitsweg ins Loch an der Potsdamer Straße? Zahlt Holtzbrinck einen Zuschuß für betreutes Wohnen? Teilst du dir den Debilen-Pfleger mit Casdorff, Appenzeller und Henlyk M. Blödel?

Denn unter uns, Malte: Im Verdrehen durch Weglassen bist du keine große Nummer. Du probierst es regelmäßig, fliegst aber immer wieder auf. Man kann nämlich das vollständige Zitat von Nešković in jeder Zeitung lesen:

“Das ist eine extraordinäre Situation. Aber es geht hier nicht um eine militärische Intervention, um die Verhältnisse umzudrehen oder das Regime zu beseitigen. Es geht um humanitäre Hilfe, darum, das Überleben der Menschen nach einer Naturkatastrophe sicherzustellen. Es gibt einen übergesetzlichen Notstand, der militärisches Einschreiten rechtfertigen würde. Zur Not auch ohne Sicherheitsratsbeschluss.”

Scheiße, wa’? Der Nešković will gar keinen Krieg. Der will auch keine Intervention. Nicht mal ‘nen klitzekleinen Umsturz. Nešković fordert schnelle Hilfe für verhungernde Birmesen, zur Not gegen den Willen der birmesischen Regierung.

Du, Malte Kleinhirn, kürzt sein Zitat so lange, bis du Nešković als kriegslüsternen Linken zu entzaubern glaubst. Der strikte Pazifismus der Linkspartei kotzt dich an. Und kaum denkst du, einen Strohhalm in der Hand zu halten, mit dem du die Linken piesacken kannst, bohrst du ihn dir ins eigene Auge.

Dann mußt du wohl deine Blechtrommel wieder einpacken, Malte. Oder du spielst Krieg mit deinen Kameraden von der Achse der Blöden. Die bomben doch so gern auf Palästinenser. Jedenfalls vom sicheren deutschen Schreibtisch aus.

Ach, und noch was:

In der endlosen Diskussion um den Schießbefehl der Grenztruppen der DDR hieß es von Leuten wie dir immer: Die Menschenwürde steht über jedem Gesetz. Ein Gesetz und ein daraus resultierender Befehl, die die Menschenwürde mißachten, dürfen nicht befolgt werden. Das hätte den Grenzern klar sein müssen.

Nun stellt ein Politiker der Linkspartei die Menschenwürde über das Gesetz (übergesetzlicher Notstand), und dann ist es dir auch nicht recht? Oder ist genau das der Grund für deine mißlungene Vereinnahmung der Linken (“Willkommen im Club”)?

2 Kommentare ↓

#1 Alexa Kaufhof am 16.05.08 um 12:41

Ich muß gestehen, daß ich die Äußerung des Herrn Nešković auch in der hier zitierten vollständigen Fassung völlig inakzeptabel finde. Nešković fügt den bisher bekannten und gerne benutzten Vorwänden für Angriffskriege damit nur einen weiteren möglichen hinzu.

#2 messitschbyburns am 16.05.08 um 15:23

Ja, das ist derber Stoff. Was ihn zu seiner Äußerung veranlaßt hat, kann man nur vermuten.

Nur — Nešković schließt eben explizit aus, die Generäle wegbomben oder -putschen zu wollen. Im Gegensatz z.B. zur US-Regierung. Die hat in den ersten Tagen der Katastrophe über die First Lady erklären lassen, Hilfe an “Erwartungen” an Birmas Generäle zu knüpfen.

Daß sich bestimmte Leute die humanitäre Hilfe für Birma mittels einer Militärintervention als Präzedenzfall wünschen, ist klar. Deshalb dürfte auch der Rüffel der Parteiführung für Nešković so deutlich gewesen sein.

Völliger Schwachsinn ist aber Lehmings Versuch, Nešković zum “Advokaten völkerrechtswidriger Angriffskriege” zu erklären. Ausgerechnet Nešković, der das ausführlich und ausdrücklich verneint hat.

Vielleicht bewirkt Neškovićs Äußerung, daß eine Diskussion in Gang kommt, wie man mit Naturkatastrophen in Ländern wie Birma umgeht. Ich bin da allerdings nicht sehr optimistisch.

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