Malte Lehmings täglicher Lacher (6)

Geschrieben von messitschbyburns am 22. Mai 2008 | CDU, CSU, Die Linke, Lehming, SPD


Die SPD wird vermutlich Gesine Schwan als Gegenkandidatin zur Wahl des neoliberalen Exekuters der DDR-Wirtschaft, Mitfinanzierers des ersten Golfkriegs und IWF-Einpeitschers Horst Köhler stellen.

In der viel gepriesenen Demokratie sollte die Aufstellung zweier Kandidaten nicht der Rede wert sein. Säftlhuber Lehming geriet trotzdem in Wallung:

“Variante zwei: Schwan gewinnt. Dann hat Beck sein Wort gebrochen, auf Bundesebene nicht mit der Linkspartei zu paktieren. Denn auf die Stimmen der Linkspartei ist Schwan/Beck nun mal angewiesen. Alle gegenteiligen Beteuerungen nach dem Hessen-Debakel hätten sich als Finte erwiesen.

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall, pünktlich zum Jubiläum, wäre das deutsche Staatsoberhaupt mit Hilfe von Alt- und Reformkommunisten ins Schloss Bellevue eingezogen.”

Paß auf, Malte. Heute üben wir die Grundrechenarten.

Am 23. Mai 2004 wählte die 12. Bundesversammlung Horst Köhler zum Bundespräsidenten. Nominiert wurde er von einer rechtskonservativen Neocon-Gang aus CDU/CSU und FDP. Gegenkandidatin von SPD und Grünen: Gesine Schwan.

Aufgeschlüsselt nach Parteien ergab sich folgende Situation:

  • CDU/CSU: 539
  • SPD: 459
  • Grüne: 90
  • FDP: 83
  • PDS: 31
  • SSW: 1
  • DVU: 1
  • Sonstige: 1
  • Gesamt: 1.205

Für die absolute Mehrheit waren 603 Stimmen erforderlich. CDU/CSU und FDP konnten 622 Stimmen aufbieten, doch Köhler erhielt nur klägliche 604 Stimmen — eine Stimme über dem Durst.

Zieht man neun Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen1 ab, hatten neun Wahlmänner oder -frauen aus den Parteien der Altnazis und Privatisierer ihren Verstand nicht an der Garderobe abgegeben, sondern Gesine Schwan gewählt: Sie erhielt 589 Stimmen.

SPD und Grüne kamen auf 549 Stimmen. Plus neun Stimmen des konservativen Mobs: 558. Fehlten noch 31 Stimmen.

Wieviel Stimmen hatte die PDS? Na?

Gesine Schwan fuhr also am 23. Mai 2004 auch die Stimmen der PDS ein. Donnerschock! Und niemand störte sich daran!

Auch Tarnkappe Lehming nicht. Der leckte im Mai 2004 in Washington den Schließmuskel seines Vorbilds George W. Bush und munitionierte den Tagesspiegel propagandistisch auf, um Saddam Hussein mit Hitler gleichzustellen und im selben Abwasch den Terror der US-Truppen in Abu Ghraib zu relativieren.

Jetzt schießt sich der Worthülsengenerator des Tagesspiegels auf die zweite Kandidatur Gesine Schwans ein. Wenn man schon keinen netten Nazi mehr zur Hand hat wie damals den lustigen Lübke, den Lehming verniedlichend einen Tollpatsch nennt, muß wenigstens ein neoliberaler Stiefellecker her. Die Abteilung Agitation und Propaganda der Achse der Blöden — unter El Capitano Henlyk M. Blödel –, deren Mitglied Lehming ist, duldet keine selbständig denkende, höchst gebildete und redegewandte Frau als Repräsentantin Deutschlands. Schon gar nicht, wenn sie von den Roten nominiert wurde.

Im heroischen Ringen des Sturmtrupps Lehming in der Schlacht um Köhlergrad werden also wieder mal die Kommunisten als furchtbares Gespenst beschworen. Wie langweilig. Rote Socken bitte an den Tagesspiegel schicken.

Und ein paar braune Hosenträger dazu. Denn Rechenkünstler Lehming hat eine Kleinigkeit übersehen.

Auf der 13. Bundesversammlung werden die Parteien der rechten Kolonne aller Voraussicht nach weniger Stimmen haben als 2004. Ein Patt zwischen dem Knecht des Großkapitals und Gesine Schwan ist möglich. Dann muß sich der Bundeshorst mit den Stimmen von NPD und DVU wählen lassen.

Aber das interessiert den rechtsgestrickten Lehming nicht wirklich. Der poliert schon mal das Koppelschloß. Sein Feind steht links.

  1. Wie dämlich muß man eigentlich sein, um bei der Wahl des Bundespräsidenten eine ungültige Stimme abzugeben? []

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