Wenn Christdemokraten lustig werden [update]

Geschrieben von messitschbyburns am 24. Mai 2008 | CDU, RCDS, SPD


Wolfgang Clement (SPD) lehrte uns, Hartz-IV-Empfänger als Schmarotzer, Trittbrettfahrer, Abzocker und Parasiten zu verachten.

Philip Mißfelder (CDU) erklärte uns, alte Menschen hätten keinen Anspruch auf künstliche Hüftgelenke.

Gottfried Ludewig (CDU) faßt beides zusammen und plädiert für die Einschränkung der Stimmrechte von Rentnern und Arbeitslosen bei Bundestags- und Landtagswahlen:

“‘Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.’ Allein mit ‘Hartz IV-Beziehern und Rentnern’ könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren.”

Gottfried Ludewig ist jener mopsfidele Vorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten, der unlängst eine Knaller-Kampagne gegen Ché Guevara aus der Lameng schüttelte.

Der RCDS versteht sich als christdemokratische Führungsreserve. Die Christdemokraten wiederum berufen sich in ihren Wurzeln auf die katholische Zentrumspartei. Die Zentrumspartei war in den 20er und 30er Jahren mit einem Stimmanteil zwischen 13,6 und 11,3 Prozent bei Reichstagswahlen keine Splittergröße, sondern eine der wichtigsten Parteien ihrer Zeit.

Am 23. März 1933 stimmte die Zentrumspartei zusammen mit der NSDAP dem Ermächtigungsgesetz zu und verhalf Hitler damit formell zur erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

Der RCDS hat offenbar die Geschichte seiner Mutterpartei aufgesogen und möchte ihre größten Momente in die Gegenwart transformieren: Führung des Staates mit harter Hand. Sentimentalitäten sind fehl am Platze. Die Schleifung hinderlichen Firlefanzes wie des Allgemeinen Wahlrechts ist deshalb eine logische Forderung — für Leute wie Ludewig.

Ein anderer Christenmensch verlangte bereits die Einführung der Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger.

In der Sprache von Moppel Ludewig heißt das: Deutschland muß fit gemacht werden. Wofür, das wissen wir seit dem 23. März 1933.

ludewig_rcds_s.jpg

Gottfried Ludewig profitiert vom deutschen
Wohlfahrtsstaat, statt ihn zu finanzieren und zu stützen:
Er studiert Volkswirtschaftslehre an der TU Berlin,
einer vom Steuerzahler spendierten Bildungseinrichtung.
Vor der Zahlung von Studiengebühren hat sich Ludewig
verdrückt. In Berlin werden keine Studiengebühren erhoben.
Ob er Studenten wie ihn von der Amputation des
Wahlrechts ausnehmen will, wissen wir nicht.

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