In Berlin soll im Sommer eine Filiale von Madame Tussauds’ Wachsfigurenkabinett eröffnet werden. Unter den Linden, quasi gegenüber dem Holocaust-Mahnmal. Mit Hitler aus Wachs.
Regionale Reaktionen:
- Kulturpolitiker Michael Braun (CDU): “Geschmacklosigkeit”
- Kulturpolitikerin Alice Ströver (Grüne): “geschmacklos”
- Kulturpolitiker Christoph Meyer (FDP): “geschmacklos”
- Kulturpolitikerin Brigitte Lange (SPD): “unsäglich”
- Fernsehjournalistin Lea Rosh (SPD): “geschmacklos”
Was lehrt uns das?
1) Der Wortschatz von Kulturpolitikern ist begrenzt.
2) Hitler hat es nie gegeben. Eine historische Gestalt, die es nie gab, kann auch nicht in Wachs modelliert werden. Das wäre geschmacklos.
Wenn beim nächsten Erntedankfest auf deutscher Scholle wieder das Tagebuch der Anne Frank ins Feuer fliegt oder Brandenburger Blödiane die freiwillige Körperertüchtigung mit Sprüchen der Hitlerjugend auf ihren Leibchen absolvieren, dann staunen die gleichen Kulturpolitiker über Sätze wie: “Hitler? Nazis? Is’n das?”
Vielleicht fürchtet die Senatskanzlei auch unliebsame Besucherströme. Denn ebenfalls bei Madame Tussauds’ soll unser hochverehrter Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit als Wachsfigur erstrahlen. Was, wenn sich das Publikum vor Hitler staut und um Wowi einen Bogen macht? Quelle Malheur! Quelle Malheur!
“Bei Tussauds heißt es zu der Streitfrage: Hitler werde präsentiert, weil er zur Geschichte gehöre: ‘Ihn auszulassen wäre eine Verschönerung der Geschichte.’”
Oh, Madame! Sie ahnen nicht, daß bei jedem deutschen Kulturpolitiker die letzten drei Gehirnzellen schlagartig schockfrosten, sobald der Name Hitler fällt. Wir sind gespannt, wie Sie die kleinen Kämpfe und großen Intrigen parieren, die Ihnen jetzt bevorstehen.
Wir drücken Ihnen jedenfalls die Daumen.
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