Die letzte Party ist vorüber. Nach den Kinos Sojus und Kosmos schloß am 01.01.2008 auch das Café Moskau, Berlins kleines Goldstück aus der optimistisch angehauchten Architektur-Ära der 60er Jahre. Aus jener Zeit also, in der die Digedags durch das Weltall düsten und die bunten Magazine auf aufklappbaren Farbtafeln von der Zukunft am Ende des 20. Jahrhunderts schwärmten.
Vorbei. Vom Enthusiasmus dieser Jahre blieb nicht viel mehr übrig als der kleine, immerhin originalgetreue Sputnik über dem Eingang des Cafés.

Und die Namen der Erbauer: Architekt Josef Kaiser (der u.a. das Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz entwarf), Maler Bert Heller (Wandmosaiken), Grafiker Klaus Wittkugel (Schriftzug auf dem Dach), Bildhauer Fritz Kühn (Stahlbrunnen im Innenhof). Wirklich große Namen.
An der Karl-Marx-Alle macht sich der nächste Immobilien-Verweser breit. Er sagt, er wolle das Haus behutsam sanieren. Was man eben so sagt, wenn man den Denkmalschutz am Hacken hat. Es wird gemunkelt, eine Außenwand solle zugunsten eines zweiten Eingangs aufgebrochen werden, um die Besucherströme zu separieren und die Flächen optimal zu vermarkten. Sicher nur Gerüchte.
Für die Zeit nach der behutsamen Sanierung wurde Ralf Regitz als Veranstalter engagiert. Der gleiche Ralf Regitz, der einst Berlin mit der Love Parade penetrierte. Zum Kotzen bitte den Eimer benutzen.
Foto (c) by Karin Reichert-Frei
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