4,792 Millionen Euro

Geschrieben von messitschbyburns am 04. Juli 2008 | Deutscher Irrsinn, Hartz IV, Vattenfall


Mitte letzten Jahres wurde der Deutschland-Chef von Vattenfall, Klaus Rauscher, von der schwedischen Konzernzentrale zum Rücktritt gebeten. Dem Rücktritt, der ein verkappter Rauswurf war, gingen Rauschers unglaubliche Abwiegelungen und Vertuschungen während der Störfälle in den Kernkraftwerken Brunsbüttel (Kurzschluß) und Krümmel (Transformatorbrand) voraus.

Rauscher wird kein Fall für die Arbeitsagentur:

“Wie Vattenfall im nun veröffentlichten Geschäftsbericht für 2007 schreibt, werden Rauscher bis Oktober 2011 die Bezüge weitergezahlt; von 2008 bis 2011 sind das insgesamt 4,792 Millionen Euro.”

Am 1. Juli wurde der Regelsatz für das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) von 347 Euro auf 351 Euro erhöht. Wir haben nachgerechnet: Das sind vier (in Worten: vier) Euro mehr im Monat. Aufs Jahr gesehen sogar 48 Euro. Die wollen gut angelegt sein.

Angenommen, in Krümmel oder Brunsbüttel wurde ein Techniker entlassen. Als Sündenbock und Futter für die Medien: Seht, wir von Vattenfall dulden keinen Schlendrian, wir greifen durch.

Weiter angenommen, der Mann landet auf der schwarzen Liste deutscher Energiekonzerne (die es natürlich nur in unserem fiktiven Beispiel gibt), findet keine neue Arbeit und sieht sich irgendwann gezwungen, Hartz IV zu beantragen.

Um in die Dimensionen von Klaus im Glück vorzustoßen, müßte der Techniker 13.652 Monate lang Arbeitslosengeld II erhalten. Das sind 1.137 Jahre. Nach der Erhöhung seines Almosens am 1. Juli 2008.

Gut, das wir verglichen haben.

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Klaus Rauscher ist seit Dezember 2007 Aufsichtsratsvorsitzender
der Endi AG in Halle (Saale). Die Endi AG finanziert, entwickelt
und betreibt Anlagen, die aus Deponie-, Gruben-, Bio- und Klärgas
Energie erzeugen. Spätestens 2009 ist der Börsengang geplant.
Dann wird der nächste Klumpen Gold für Klaus im Glück fällig.

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