Friede den Gräsern

Geschrieben von messitschbyburns am 11. Juli 2008 | Gelöbnis


Seit 1999 verzapft die Bundeswehr in Berlin an jedem 20. Juli ein mittelgroßes Brimborium zu Ehren der Hitler-Attentäter. Rekruten müssen antreten, stillstehen und ein Gelöbnis brüllen.

Weil die feldgraue Party regelmäßig von wehrunwürdigen Berlinern mit Trillerpfeifen und Flugobst heimgesucht wurde, zogen sich die Hindukuschler aus der Öffentlichkeit in den Bendlerblock zurück, den Dienstsitz des Verteidigungsministeriums. Über dessen Mauern fliegt kein Obst.

In diesem Jahr standen die Uniformträger vor einem Problem. Im Innenhof des Bendlerblocks wird das Ehrenmal für getötete Soldaten (der Bundeswehr, nicht der Wehrmacht) errichtet. Dort sollen dereinst die Namen der im Einsatz für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung gefallenen, gestorbenen oder sich selbst entleibten Soldaten eingraviert und bei Trommelwirbel und Fackelschein geehrt werden. Wie früher.

Als Ausweich gefiel den Generälen der Platz vor dem Reichstag. Freie Fläche, viel Symbolik, sehr weitläufig abzusperren.

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Jedoch: Der Platz ist eine Wiese. Hier regiert das Grünflächenamt. Und das erteilte der Bundeswehr eine Absage.

Das Grünflächenamt!

“Bedenken hatte es wegen der Rasenfläche und den dort eingebauten Wasserleitungen und Sprinkleranlagen gegeben.”

Mehr Rasenflächen, bitte! Schwerter zu Sprinklern!

Die Bundeswehr räumte inzwischen ihre Heldengedenkbaustelle auf, um die Rekruten wieder im kahlen Innenhof des Bendlerblocks geloben zu lassen.

Ganz Berlin lacht.

Ganz Berlin? Nein. Einer tobt vor Zorn. Schlappstruller Appenzeller aus der Wehrsportgruppe Casdorff wurde wieder mal geistig inkontinent:

“Die Zuständigkeit für dieses Areal sollten wir ein für alle Mal dem Bezirksamt Mitte entziehen.”

Träum weiter, Pappkamerad. Bis zur Machtergreifung durch Holtzbrincks Stiefeltruppe mußt du noch ein Weilchen warten.

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