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Schüring besitzt in Dohna in der Sächsichen Schweiz eine Betonfirma. Außerdem ist er Pächter eines Baggersees in Zeischa bei Bad Liebenwerda (Brandenburg). Dort läßt Schüring Kies fördern.
In der DDR war die Kiesgrube eine offizielle Badestelle fürs Volk. Seit der Verpachtung an Schüring wird das Baden nur noch geduldet.
Schürings Schwimmbagger lockte Metalldiebe an. Sie schnitten mehrmals Kupferadern aus dem Kabel, das den Schwimmbagger mit Strom versorgt. Nach dem letzten Diebstahl entließ Schüring 11 seiner 12 Angestellten und engagierte einen Wachschutz:
Neonazis aus der Sächsischen Schweiz.1
Die marschierten Anfang Juli tatsächlich am Baggersee auf und schützten nicht nur das Gelände vor Metalldieben. Sie jagten alle Badegäste davon, die — Achtung! — kein NPD-Parteibuch bei sich trugen. Davon waren u.a. 200 Bungalow-Besitzer betroffen, deren Häuschen am Baggersee stehen.
Das ist selbst in Brandenburg starker Tobak.
Der Bürgermeister von Bad Liebenwerda rang nach Atem und versuchte, die Erpressung Schürings in einen Hilferuf umzudeuten. Doch da gab es nichts zu deuten.
Schürings Neonazi-Posse ist die Pistole auf der Brust des Bürgermeisters: Entweder, die Polizei bewacht das Betriebsgelände, oder die Neonazis sorgen hier für Ordnung. Dann müssen aber auch die Badegäste draußen bleiben. Jedenfalls die, die sich nicht als vertrauenswürdige nationale Sozialisten ausweisen können.
Die Polizei winkte ab. Sie hatte kein Interesse, sich von Neonazis vorführen zu lassen. Der Bürgermeister suchte notgedrungen das Gespräch mit Schüring. In dieser Woche einigte man sich: Abzug der Neonazis bis zum Wochenende und vorläufige Duldung des Badebetriebs. Bis auf Widerruf.
Doch Schürings Geschäftsmodell hat sich bewährt:
Können Sie Ihren Nachbarn nicht leiden? Call a Nazi!
Drängt Ihr Autohändler wegen offener Raten? Call a Nazi!
Geht Ihnen das Finanzamt auf die Nerven? Call a Nazi!
Aber beeilen Sie sich. Die Schüring-Beton GmbH in Dohna hat Insolvenz angemeldet. Möglicherweise endet das gute Verhältnis zwischen Mirko Schüring und den sächsischen Neonazis am Zahltag. Bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf.
Auch bei Neonazis.

Mirko Schüring sagt, er sei kein Neonazi.
Er weiß aber, wo man welche mieten kann.
- Mirko Schüring beteuert, kein Neonazi zu sein und mit der NPD nichts zu tun zu haben. Offenbar kann man in der Sächsischen Schweiz das Telefonbuch aufschlagen und unter “N” wie Neonazi eine Schutztruppe der NPD engagieren. Einfach so, wie einen Pizzaservice. [↩]
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