Früher — genauer: ab 2004 — rollten obskure Gesellschaften wie GVU oder ZKM, deren Namen sich niemand merken muß, eine mobile Knastzelle über die Computerspielmessen und öffentlichen Plätze Deutschlands. Im Namen ihrer auftraggebenden Medienkonzerne wurde deren staunenden Kunden suggeriert: “Paß auf, du kriminelle Drecksau! Wenn du auch nur eine CD ohne unsere Erlaubnis schief anguckst, machen wir dich fertig. Dich, deine Kinder und Kindeskinder! Ihr wandert alle in den Knast! Hast du das kapiert, du mieses Stück Affenkotze?”
Der Erfolg war umwerfend. Hinz und Kunz lachten und vergnügten sich, ließen sich vor, neben und in der Zelle fotografieren und griffen sich amüsiert an den Kopf. 2006 wurde die Aktion leise beerdigt.
Heute — genauer: ab 2008 — soll wieder ein Knast durch Deutschland rollen. Der obskure Kommunistenfresser Hubertus Knabe, dessen Name sich niemand merken muß, ist erbost, weil die Deutschen immer noch nicht begriffen haben, daß Honecker ein zweiter Hitler war. Mindestens. Oder schlimmer.
Um die verbohrten Köpfe endlich abzuschlagen aufzuklären, plant Knabe den ganz großen Grusel. Ein mobiles Gefängnis soll als Symbol für die DDR durch Deutschland touren. Knabes rollende Horrorshow. Damit endlich der Letzte kapiert, daß die DDR eigentlich „Drittes Reich, Teil 2″ heißen müßte.
Es darf also wieder gelacht und fotografiert werden. Ostdeutsche werden am lautesten lachen, aber Lachen ist ja gesund.
Apropos: Treffen sich Walter Ulbricht und Hubertus Knabe im Himmel.
Sagt Ulbricht zu Knabe: “Nu gomma här und horche druff, aldor Knoabe! Ich will dir ä Witz erzähln, nu!”
Ä Audofahrer hört im Radscho änne Warnung:
“Achdung! Ä Geisderfahrer gommd Ihn’ endgäschn!”
Sacht dor Fahrer: “Eener? Hunderte!”
Sagt Knabe zu Ulbricht: “Den Witz kapier ich nich.”

Hubertus Knabe (nicht im Bild)
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