Nazis oder DDR — alles eine Soße

Geschrieben von messitschbyburns am 30. Juli 2008 | Appenzeller, Braune Soße, DDR, Schroeder (SED)


Reichsschnürstiefel Appenzeller kann sich vor Freude kaum halten. Sein Rottenführer hat ihm ein ganz besonderes Leckerli spendiert: Schroeders ostzonale Windbeutel.

Die verspachtelt unser rechtsnationales Eichhörnchen mit allergrößtem Appetit. Und nach der Verdauung legt es im Tagesspiegel sein braunes Häufchen:

“Die Situation erinnert fatal an das Westdeutschland der späten fünfziger Jahre, als die NS-Zeit im Unterricht aus heutiger Sicht merkwürdig randständig war. Die damaligen Lehrer waren knapp zehn Jahre zuvor noch Soldaten gewesen. Wer kann ihnen verübeln, dass sie über das ‘Dritte Reich’ weniger gerne sprachen als über russische Vergewaltigungen und den bösen Kommunismus?”

Brav, Appenzeller! Das nennt man pflichtgemäße Erfüllung des Tagesbefehls der Wehrsportgruppe Casdorff: “Relativiere den Faschismus, so oft es geht!”

Die DDR knallhart mit dem Dritten Reich assoziieren. Von russischen Vergewaltigungen schreiben, aber niemals die Kollateralschäden deutscher Landser beim Betriebsausflug gen Moskau thematisieren. Den Kommunismus, den es nie gegeben hat, als böse dämonisieren. Die Sowjetunion auf den Russen reduzieren. Noch besser wäre, einfach “Der Iwan” zu schreiben. Beim nächsten Mal daran denken!

“Nein, wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es mit der Aufarbeitung der DDR und ihres Unrechts so gehen wird wie mit der mentalen Bewältigung der NS-Zeit […]”

Sehr gut, Appenzeller! Aufarbeitung der DDR = Bewältigung der NS-Zeit!

Mielkes blutgierigen Tyrannenstaat so finster zeichnen, bis er wie ein schwarzes Loch die kleine Hitlerei verschluckt! Nur so verblassen die unschönen Erinnerungen an die schwere Zeit, als ein Österreicher in Deutschland aus bisher ungeklärten Umständen gewisse Dinge befehlen konnte. Gegen den Widerstand der Deutschen.

“Das gilt vor allem dann, wenn diese Lehrer bereits zu DDR-Zeiten als Pädagogen tätig waren. Wie sollen sie denn im Nachhinein rechtfertigen, was sie vor 1989 taten, wenn sie diese Zeit jetzt, historisch richtig, als Diktatur einordnen? Sich selbst als Handlanger eines Unrechtssystems?”

Genial, Appenzeller! Den Leser mit Behauptungen bombardieren, die wie Fakten klingen, aber blanker Kappes sind! Die meisten Lehrer, die im pädagogischen Betrieb der DDR fest verwurzelt waren, sind heute Ruheständler oder stehen kurz vor ihrer Pensionierung. Aber wer will das wissen? Eben.

Und wie geschickt Sie das Wort Unrechtssystem einflechten, Appenzeller! Unrecht, das klingt ganz toll nach Unrat oder Unflat. Richtig ekelig. Igitt.

Aber erst die famose Verknüpfung von Unrecht und System! Da denkt der patriotisch geschulte Deutschen sofort an die verhaßte Systemzeit, jene dunklen Weimarer Jahre zwischen Kaiserreich und Drittem Reich. Die DDR als kloakiger Zwischenpiß zwischen dem Dritten Reich und unserem Großdeutschland — Respekt, Appenzeller! Das hat was!

“Dass bayerische Hauptschüler über die DDR-Realität besser informiert sind als brandenburgische Gymnasiasten, hängt natürlich damit zusammen, dass in bayerischen Schulen der gesamtdeutsche Zusammenhalt im Unterricht lange vor 1989 eine große Rolle gespielt hat.”

Wunderbar, Appenzeller! Schroeders SED-Club tourte zwar erst in den letzten drei Jahren durch ein paar Schulen, also lange nach 1989. Ihnen kann das wurscht sein. Sie gehen mit lässiger Geste über die Zeit hinweg und begründen das Wissen der jüngst befragten bayerischen Hauptschüler mit dem Unterricht lange vor 1989. Als gäbe es in Bayern eine 30jährige Schulpflicht.

So muß das sein! Was sind schon zwei Jahrzehnte, wenn man sich dem ewigen Kampf gegen den Kommunismus verschrieben hat!

Kamerad Appenzeller, wir sind stolz auf Sie! Melden Sie sich bei Rottenführer Casdorff! Jungpimpf Lehming wird Ihnen heute vor der ganzen Truppe die Stiefel wichsen! Sie haben es sich verdient!

Wegtreten!

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