Valient Thorr: Immortalizer

Geschrieben von messitschbyburns am 12. August 2008 | Hörsturz


Valient Thorr
“Immortalizer”
(p) 2008, Volcom Entertainment

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Phil Lynott lebt. Hättens Sie’s gedacht? Wir auch nicht. Phil Lynott lebt im gleichen Körper wie Alice Cooper.

Der Körper gehört Valient Himself (voc). Seine Bandkollegen heißen Eidan Thorr (guit), Voiden Thorr (guit), Lucian Thorr (dr) und Dr. Professor Nitewolf Strangees (b). Absolut behämmerte Namen.

Valient Thorr haben die beknacktesten Plattencover der aktuellen Metalszene. Sie dürfen das. Sie spielen völlig beknackten 70er-Jahre-Metal, der in den frühen 80er endet. Die neumodischen 90er Jahre sind nicht mehr ihr Ding.

Die Band stammt zwar aus North Carolina, also nicht aus den klassischen Südstaaten, klingt aber wie eine hochtourige Southern-Band, die in der Vergangenheit lebt: Alice Cooper (Tomorrow Police), Van Halen (Vernal Equinox), ZZ Top (Masks of Sanity), Thin Lizzy (Parable of Daedalus). Und als große Klammer Motörhead.

Fünf Bärte und zwei Gitarren. Ein heißerer Krächzer am Mikrofon, altmodische Gitarrenduelle und stumpfeste Griffbrettwichserei. Was für ein Vergnügen.

Valient Thorr sehen aus wie komische Bastarde aus der Abteilung Freaky Fuckin’ Heavy Metal, aber der Eindruck täuscht. Ihre Texte sind politisch engagiert — für eine Metalband äußerst selten und eine hohe geistige Anforderung an Metal-Fans, deren Hirnrinden schon bei seniler Grabes-, Zombie- und Höllenlyrik zur Überhitzung neigen.
Valient Himself glaubt an Liebe und Frieden und bittet sein Publikum auch mal um eine Minute der inneren Sammlung. Im Metal-Konzert.

Auf Tour waren Valient Thorr u.a. mit Motörhead, Fu Manchu, den Eagles of Death Metal und den Truckfighters. Ein Pulk ergebener Fans — die Thorriors — folgt der Band; noch nicht um die Welt, aber durch die USA. Im Studio sind Valient Thorr unglaublich fleißig: Immortalizer ist die vierte CD in fünf Jahren. Produziert von Jack Endino, dem Mann hinter High On Fire, Mudhoney, Soundgarden und Nirvana.

Valient Thorr reißen in jedem Song mindestens ein Riff an, bei dem der Hörer rufen wird: “Das kenne ich!” Dabei ist es egal, ob Valient Thorr im Vorbeigehen einen Klassiker zitieren oder nur so tun, also ob. Man hat immer seinen Spaß.

Wer Valient Thorr zum ersten Mal hört, sollte nicht übermäßig viel erwarten. Auf keinen Fall Innovationen, verzwickte Gitarrenläufe oder ausgefeilte Kompositionen. Die Thorrs brettern drauflos. Manchmal bleibt ein Chorus im Ohr, aber das meiste geht rechts rein und links raus.

Valient Thorr machen reine Gebrauchsmusik für den Moment: Bier auf und fertigmachen zum Boxenbeben. Man amüsiert sich köstlich.

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Der Mann mit Brustfell heißt Valient Himself.
Welcher andere Bart zu welchem Thorr gehört,
entzieht sich leider unserer Kenntnis. 

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