Letzter Tritt für Pferde-Aust

Geschrieben von messitschbyburns am 17. Januar 2008 | SPIEGEL/SPON


Der Spiegel hat seinen Chef Stefan Aust entlassen. Ab Februar soll es eine Doppelspitze richten. Georg Mascolo (bisher Chef des Berliner Spiegel-Büros) und Mathias Müller von Blumencron (bisher Chefredakteur von Spiegel online) wurden als dynamisches Duo ausgewürfelt, um Aust jetzt schon abzulösen. Denn eigentlich läuft Austs Vertrag bis Ende 2008. Ein weiteres Jahr unter der Knute des kleinen Pferdezüchters wollte sich die Redaktion wohl nicht mehr antun.

Doppelspitzen sind Feigheit vor dem Feind. Kleinkrämerische, kompromisslerische Lösungen auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Man findet keine Mehrheit, wagt keinen Streit, sucht den Proporz zwischen Fraktionen und Flügeln — ein bißchen Frieden, ein bißchen Träumen, und daß die Menschen nicht so oft weinen …

Dennoch: Pferde-Austs flotter Abgang war seit Jahren überfällig. Der bräsige Mix aus esoterischem Geklingel, religiösen Aufgüssen, RAF plus 68er und HitlerHitlerHitler hat das Blatt unlesbar gemacht. Nicht zu vergessen der Hamburger Dünkel gegenüber allem, was östlich der Zonengrenze lebt und stirbt — und der dafür sorgte, daß das Sturmgeschütz seine Leser in den neuen Bundesländern bis heute mit der Lupe suchen muß.

Die aggressiven Kampagnen gegen Ostdeutschland und Ostdeutsche, die der Spiegel bis vor zwei Jahren fuhr, wurden von Aust zwar gestoppt; dafür tauchten plötzlich schwarz verschleierte, bedrohlich wirkende Frauen auf dem Cover auf. Ganz ohne Hetze geht die Schose eben nicht. Angst vor dem Islam ist das Stichwort, würde Dittsche sagen. Das ist aber nicht sehr muggelich, würde Dittsche auch sagen.

Aber Aust ist weg, ein Neuanfang ist möglich. Und noch ein Grund für ein kleines Freudentänzchen: Die Herren Steingart, Malzahn und Mohr dürfen weder den Thron besteigen, noch auf dem Stühlchen des Stellvertreters Platz nehmen. Sollten diese neoliberalen Sumpfgewächse, die sich immer noch in den Redaktionen von Spiegel und SPON festkrallen, langfristig aussortiert werden, dann … ja, dann fehlt nur noch die freundschaftliche Empfehlung beider Redaktionen an den fanatisierten Korkenzieher-Wendehals Henlyk M. Blödel, sich ebenfalls einen neuen Job zu suchen.

Das wär ja wohl sowieso der absolute Oberhammer, würde Dittsche sagen.

aust_s.jpg

Ingo würde sagen:
“Entlassung? Och, das is nich euer Ernst, ne?”

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