Zum 50. Geburtstag von Madonna schrieben Sie einen Text, der die Überschrift trägt: “Das Ende vom Anfang. Heute feiert Madonna ihren 50. Geburtstag - eine Erinnerung an eine Begegnung im Jahr 1982.”
Ihr Geburtstagsständchen ist im Wesentlichen eine Aufzählung von Künstlern und Bands, die Sie 1982 in New York und Hamburg auf der Bühne erlebten, mit denen Sie sprachen oder die Sie einfach nur kannten:
Alain Robbe-Grillet, Dana Vlcek, Coati Mundi, Dexy’s Midnight Runners, DJ Larry Levan, Echo & The Bunnymen, Fleshtones, Grandmaster Flash & The Furious Five, James White & The Blacks, Jean Michel Basquiat, Johnny Rotten, Kid Creole & The Coconuts, Konk, Lizzy Mercier Descloux, Cristina, Lounge Lizards, Nathalie Sarraute, Nitecaps, Paradise Garage, Peech Boys, PIL, Rammellzee, S.O.S Band, Scott und Beth B, Sonic Youth.
Das ist völlig frei von Eitelkeit und interessant für den, den es interessiert. Am Ende Ihrer Fleißarbeit finden Sie sogar den Schlenker zu Madonna, die 1982 in Manhattan im Club Lucky Strike kellnerte und Ihnen erklärte, wie das Trinkgeld-Prinzip in den USA funktioniert.
Sie erinnern sich also, mit Madonna gesprochen zu haben, als sie noch Madonna Louise Veronica Ciccone hieß und im Lucky Strike malochen mußte. Das ist toll.
Auch, wenn Sie sich gar nicht sicher sind, daß die blonde Frau wirklich Madonna war, sondern sich auf das Gedächtnis eines heute sehr bekannten New Yorker Galeristen verlassen müssen, den Sie in den späten 80ern kannten und der Ihnen damals — in den späten 80ern — Stein und Bein schwor, daß Sie in den frühen 80ern von Madonna bedient worden wären.
Sie selbst haben es nicht bemerkt. Doch zu aller Glück gab es ja den heute sehr bekannten New Yorker Galeristen, den Sie in den späten 80ern kannten, der Ihnen damals …
Trotzdem toll. Wirklich.
Aber was haben Ihre Fleißkärtchen und das fabelhafte, wenn auch ungesicherte Gedächtnis eines heute sehr bekannten New Yorker Galeristen, den Sie in den späten 80ern kannten, mit Madonnas 50. Geburtstag zu tun?
Der letzte Satz ihres Artikels lautet: “Das war das Ende von ihrem Anfang.” Ein paar Zeilen zuvor deuten Sie an, daß sich Madonna im Lucky Strike das Kleingeld verdiente, um von der No-Wave-Schlagzeugerin zur Latin-Disco-Queen umzusatteln.
Demnach waren Sie Zeitzeuge einer pophistorischen Weichenstellung. Sie drückten dem kommenden Star Ihr Trinkgeld in die Hand.
Wollten Sie das sagen? Ich, Diedrich Diederichsen, habe Madonnas Weltkarriere mitfinanziert?
Wow. Sie sind ein toller Hecht. Das sieht man Ihnen gar nicht an.
Falls es wirklich Madonna war, damals im Lucky Strike. Sie wissen schon: Das Gedächtnis eines heute sehr bekannten New Yorker Galeristen …
Und warum mußten wir nun wissen, welche Bands Sie 1982 knorke fanden?
Mit populären Grüßen
Messitsch by Burns
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