Im Juli berichteten wir über den dreizehn Monate alten Holden Lenz, der seinen bewindelten Hintern zum Song Let’s Go Crazy schüttelte, was Holdens stolze Mutter filmte und als 30-Sekunden-Video bei YouTube einstellte, worauf die Plattenfirma des Großkünstlers Prince die Entfernung des Videos verlangte. Mutter Lenz wehrte sich unter Bezug auf Fair Use mit einer Klage gegen Universal.
Damals schrieben wir:
“Richter Jeremy Fogel wird ein Kapitel Rechtsgeschichte schreiben. So oder so. Wir hoffen natürlich auf so.”
Richter Fogel hat uns nicht enttäuscht. Er gab der Klägerin recht, stauchte Universal wie Schulbuben zusammen und stärkte die Fair-Use-Doktrin. Der Richter bestand auf der Prüfung strittiger Inhalte durch die Rechteinhaber, bevor eine Löschung verlangt werden kann — ein klarer Sieg für Fair Use.
Universal ging den entgegengesetzten Weg: Mutter Holden mußte das Video entfernen, bevor es auf Fair Use geprüft wurde. Was von Universal vielleicht als Test gedacht war, um auszuloten, wie weit die Musikindustrie das Fair-Use-Prinzip aushebeln kann, ging gründlich schief. Jetzt muß Universal auch noch mit Schadenersatzansprüchen von Familie Lenz rechnen.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Fair Use unterstützte die Electronic Frontier Foundation (EFF) die Klage von Mutter Lenz gegen Universal. Auf ihrer Website schreibt EFF über das Urteil:
“A judge’s ruling today is a major victory for free speech and fair use on the Internet, and will help protect everyone who creates content for the Web.”
So ist es. Respekt und Glückwunsch für Mutter Lenz und EFF.
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