Es geht eine Träne auf Reisen

Geschrieben von messitschbyburns am 10. September 2008 | Pflüger, RBB


Friedbert Pflüger gestern im RBB-Interview:

“Ich trete nicht zurück, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, daß ich nichts Böses und nichts Falsches getan habe, sondern alles, was ich kann, in den Dienst meiner Partei und der Stadt Berlin stelle.”

Was Friedbert Pflüger alles kann:

  • 1991 gegen Berlin als Regierungssitz stimmen
  • 2003 für den Irakkrieg trommeln: “Ich weiß, daß die Bundesregierung weiß, daß es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt. Sie sind nur gut versteckt.”
  • 2006 zum Spitzenkandidat der Berliner CDU gewählt werden und kurz darauf erklären: “Meine Heimat ist Hannover - das halte ich hoch und heilig.”
  • 2006 als Spitzenkandidat mit 21,2 Prozent das schlechteste CDU-Ergebnis aller Berlin-Wahlen nach 1949 erreichen
  • 2006 ein Volksbegehren gegen die Umbenennung der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße unterstützen und damit scheitern
  • 2008 einen offenen Brief unterschreiben, in dem sich 17 Unionspolitiker von Roland Kochs aggressivem Wahlkampf distanzieren, und sich drei Tage später von der eigenen Distanzierung distanzieren
  • 2008 ein Volksbegehren zum Erhalt des Flughafens Tempelhof unterstützen, damit scheitern und trotzdem von einem “dollen Sieg” sprechen
  • 2008 die CDU in den Wählerumfragen bis auf 20 Prozent drücken

Am Donnerstag, 11:00 Uhr, berät die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus über einen Mißtrauensantrag gegen ihren Fraktionschef Friedbert Pflüger. Die eigenen Leute wollen ihn rauswerfen.

Sieht man sich das weinerliche Interview Pflügers an, dankt man allen Göttern, daß diese Träne kein Regierender Bürgermeister ist. Man würde womöglich depressiv werden.

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