Am 28. September wird in Bayern gewählt. Bayerns Günther Beckstein und seinem Sancho Huber flattern die Nerven. Die magische CSU-Grenze 50 plus X steht momentan bei 50 plus Null, Tendenz 50 minus X.
Um ihre Wähler zu mobilisieren, rief CSU-Chef Huber den Kreuzzug gegen die Linke aus. Beckstein hob das Rauchverbot in Bierzelten auf. Huber will die Pendlerpauschale wieder einführen, die seine Partei als Teil der CDU/CSU-Fraktion gerade abgeschafft hat.
Inzwischen bereiten Dick und Doof aus der Staatskanzlei den worst case vor, der noch im Frühjahr undenkbar schien: Ein Wahlergebnis unter 50 Prozent.
Kurz vor der Wahl wird nun zum allergröbsten Holz gegriffen, um auch den letzten bayerischen Gamsbart davon zu überzeugen, daß nur die CSU verstünde, wie ein Bayer leben und sterben möchte: Erst saufen und dann autofahren.
“Es ist nicht das Problem, wenn einer eine Maß trinkt, oder wenn er ein paar Stunden da ist, auch zwei”.
Eine Maß ist ein Liter.
Später wollte es Beckstein nicht ganz so gemeint haben:
“Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich. Natürlich nicht, wenn man die zwei Maß in zwei Stunden trinkt.”
Die Kellnerin wird vor Begeisterung einen Schuhplattler tanzen, wenn der Knauser, der sich sechs oder sieben Stunden an zwei Maß Bier festklammert, endlich aus dem Bierzelt verschwindet.
Aber das ist nicht Becksteins Botschaft. Beckstein will seinen Leuten sagen:
Die in Berlin wollen euch das Bier vermießen. Davor beschützen wir euch. Alkohol ist Teil unserer Lebenskultur. Wählt CSU und sauft und fahrt. Der liebe Gott wird’s schon richten.
Er hat es schon einmal gerichtet. Zwar nicht für die Unfallopfer, aber für den trunkenen Fahrer. CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu fuhr am 29. Oktober 1983 mit 1,75 Promille Auto, verursachte einen Verkehrsunfall, tötete eine Person und verletzte eine zweite schwer.
Wiesheu trat als Generalsekretär zurück, wurde zu 12 Monaten Bewährung und 20.000 DM Geldstrafe verurteilt und sitzt heute im Vorstand der Deutschen Bahn.
Wiesheu ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens. Ein honoriger Mann. Ein Bayer, wie ihn Beckstein mag.
2 Kommentare ↓
Wenn man für die CSU saufen kann, dann weiß ich endlich warum es einen danach so kotzübel ist.
Sauf, sauf Kameraden,die Partei hat immer recht, kotzen könnt ihr später.
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