Klaus von Dohnanyi gratuliert Oskar Lafontaine in der BILD-Zeitung zum 65. Geburtstag:
“Lafontaine lebt von Unwahrheiten. Lafontaine hat sich mit der Wirklichkeit dieser Welt nie viel Mühe gegeben. Lafontaines reaktionäre, in der Vergangenheit lebende ‘Linke’ will ‘Schlüsselbereiche der Wirtschaft’ in Gemeineigentum überführen – herzliche Grüße aus der DDR!”
Wir grüßen ebenfalls. Nicht aus DDR, sondern als höfliche Menschen. Denn wir werden wehmütig, wenn wir den Namen Klaus von Dohnanyi hören.
1990 durfte sich die westdeutsche Elite bei der Treuhand melden und für Reisetaschen voller Geld blühende Landschaften anlegen. Auch Dohnanyi fühlte sich berufen, Gutes zu tun. Ihm wurde ein Gigant der DDR-Industrie anvertraut: Die Takraf AG.
Dohnanyi war 1990 Berufspolitiker, kein Unternehmenssanierer. Seine letzte Berührung mit der Wirklichkeit lag 20 Jahre zurück. Damals jobbte er acht Jahre als Berater. Für die Treuhand kein Problem. Sie übertrug ihm die Verantwortung für den Weltmarktführer für Drehkräne, mit 26 Einzelbetrieben an 61 Standorten und 40.000 Beschäftigten in der gesamten DDR, davon 33.000 allein im Flagschiff Kirow-Werk Leipzig.
Die politische Laufbahn des SPD-Mitglieds Dohnanyi lag 1990 in Trümmern. Am 8. Juni 1988 trat er als Erster Bürgermeister der Stadt Hamburg zurück. Der Mann, der zwei Jahre später über das Schicksal zehntausender Arbeiter und Angestellter entscheiden sollte, war im überschaubaren Biotop des Hamburger Senats spektakulär gescheitert. Permanente Angriffe von CDU-Senatoren zermürbten das sensible Gemüt. Dohnanyi floh aus dem Amt.1
Zwei Jahre später rückte er in Leipzig ein. Eine Zeit lang duldete er den früheren Chef der Takraf Schwermaschinenbau AG, Gerd-Rainer Grimm, gleichranging neben sich. Als die ersten Wolken dräuten, wurde der Quotenossi in den Vorstand abserviert. Ab 1991 herrschte Dohnanyi allein.
Das heißt, nicht ganz allein. Bewährte Gestalten wie Roland Berger und McKinsey waren immer zur Stelle. In der einen Hand eine Allerweltsanalyse, in der anderen ein übergroßes Scheckheft. Berger lieferte zwei Sanierungskonzepte, die so hanebüchen weit neben der Realität lagen, daß sie gar nicht erst umgesetzt wurden.
Ende 1991 hatte Dohnanyi die Takraf AG in den Abgrund manövriert. Wir wollen ihm keine Absicht unterstellen. Sein absolutes Unvermögen hat genügt. Und als Nebenwirkung ging einer der ärgsten Konkurrenten von Takraf lachend vom Feld: MAN übernahm exakt jene Produktionslinien, in denen Takraf überlegen war. Wieder ein Konkurrent weniger.
Dohnanyis chaotische Unternehmensführung und seine wirren konzeptionellen Sprünge schwächten Takraf entscheidend. 25.000 Beschäftigte wurden entlassen. Kirow und Takraf, die bis 1989 mit Tagebauausrüstungen und Drehkränen tatsächlich den Weltmarkt beherrschten, wurden zu besseren Werkstätten gestutzt. Kein westdeutscher Tagebauausrüster muß mehr zittern, wenn sich Takraf um einen Auftrag bewirbt, den man selbst gern hätte.
Aus jenen Jahren ist ein Zitat von Dohnanyi überliefert: “Ich widme rund zehn Tage im Monat der Arbeit für die Takraf”. Was für ein Hochmut.
Noch einmal Klaus von Dohnanyi über Oskar Lafontaine:
“Gute Absicht ohne Sachverstand kann in der Politik ein Verhängnis sein. Und gute Absicht nach schlechter Erfahrung ist Dummheit. Deswegen ist Oskar Lafontaine wahrscheinlich der intelligenteste politische Dummkopf, den wir haben.”
“Gute Absicht ohne Sachverstand” könnte eine Selbsteinschätzung Klaus von Dohnanyis sein. Und wenn Oskar Lafontaine ein “intelligenter politischer Dummkopf” sein soll, was wäre dann Klaus von Dohnanyi?
Es böte sich an: Realitätsfremder, sich selbst überschätzender, beratungsresistenter betriebswirtschaftlicher Hasardeur.
- In der Presse wird Dohnanyis unangekündigter Rücktritt bis heute entweder verschwiegen oder freundlich umschrieben. Vermutlich, weil man damit ausgelastet ist, den Lesern immer wieder Lafontaines Rücktritte vom SPD-Vorsitz und vom Finanzressort als Flucht vor der Verantwortung und Zeichen eines labilen Charakters zu verkaufen. [↩]
9 Kommentare ↓
Klaus von Dohnany war als Minister und als
1. Bürgermeister von Hamburg innerhalb der SPD immer umstritten. Bei derTreuhand eine unternehmerische Niete und ein Feigenblatt. Heute ein seniler Schwätzer, ein Reaktionär der Oskar Lafontaine níe das Wasser reichen kann und konnte.
Herrn Dohnany, trotz allen seinen Fehlern, die er ohne Zweifel gemacht hat, über den Fantasten und Politclown Lafontaine zu stellen, ist ein starkes Stück. Alles, was Lafontaine macht, macht er ausschließlich für sich persönlich, für niemand anderen. Und hochtrabend schwafeln, wenn man keine Verantwortung trägt, konnte er schon immer - und vor Verantwortung ist er auch schon immer davongelaufen. Charkterunterschiede sind hier meilenweite zu finden, also was soll so ein Vergleich??
Wir können zwar nicht für Lothar Sawall sprechen, aber wir möchten Ihnen den verlinkten Artikel von Arno Widmann empfehlen:
http://www.messitschbyburns.de/archives/397
Widmann beschreibt kurz und prägnant, warum Lafontaine kein Fantast und Politclown ist.
Kalus v. Dohnanyi ist ein Skandal für die SPD dieser senile Typ ist ein Beispiel dafür dass nicht jeder 80 jährige wählen darf, der inteligente 12 jährige aber nicht. Dieser Charakterlump gehört zum Schweigen gebracht.
Dohnany = ein seniler alter Schwätzer, besser kann man diesen alten Opa nicht umschreiben !
Klaus von Dohnany (SPD-Rechtsaußen, Lobbyist, Kommunistenfresser).
Diesen ausgewiesenen Versager verkaufen uns die konservative Presse und einige Talk-Show Moderatoren als exzellenten dynamischen Wirtschaftsfachmann und Kronzeugen gegen alles was in der SPD den Anschein hat links zu sein. In Wirklichkeit ist dieser abgehobene senile Dummschwätzer, Sprechblasenproduzent und Phasendrescher ein armseliger Versager, dessen Unfähigkeit gepaart mit seiner gefährlichen Selbstüberschätzung eine gigantische Arbeitsplatzvernichtung zur Folge hatte.
Die kreative Wiederholung der Worte senil und Schwätzer vom Vormann, ohne wirklich etwas damit auszusagen, lässt ein klein wenig auf das geistige Fassungsvermögen der Verfasser schliessen und damit um so mehr auf deren Ähnlichkeit zum niveaulosen Oskar, der leider auch nur bildungsferne Schichten und Notleidende mit seinen unhaltbaren Versprechen überzeugen konnte, für die er wohl wissentlich nie in die Pflicht genommen werden wird. Das ist wiederum ganz schön schlau, aber in sich ziemlich armselig.
@Armin: Wenn Du gestern die Illner-Talkshow im ZDF gesehen hast – und ich gehe davon aus, dass dem so war, sonst wärst Du nicht hier – solltest Du eigentlich wissen, warum die Worte senil und Schwätzer auf Dohnanyi zutreffen. Mein Gedanke gestern war spontan: Mein Gott ist der reaktionär. Ein bösartiger alter Opa.
Wenn man jetzt noch lesen darf, wie er in den 90ern ein ostdeutsches Industrieunternehmen mit Hilfe von McKinsey und Berger abwickeln durfte, läuft es einem kalt den Rücken runter.
Armin, du bist super! Der einzige Lichtblick in dieser roten Suppe…
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