Dummschwafelnder Dampfplauderer

Geschrieben von messitschbyburns am 16. Oktober 2008 | Küppersbusch, Politik, RBB


Der RBB betreibt den Sender Radio Eins. Dessen Zweck scheint nicht nur, wie man vermuten sollte, im Abspielen ohrgefälliger Musik zu bestehen. Der Sender versteht sich auch als Asyl für abgefuckte Kommentatoren aus der Abteilung “Knalltüten und Demagogen”. Henlyk M. Blödel (Rottenführer in der Achse der Blöden), Hans-Ulrich Jörges (irgendwas beim Stern) und Lorenz Maroldt (dauerbeleidigte Leberwurst beim Tagesspiegel) halten hier ihre Plätzchen warm.

Und Friedrich Küppersbusch.

Eigentlich hat man diesen unterbelichteten Worthülsengenerator, gegen dessen zwanghaft lustige Büttenreden ein Kalauerkönig wie Gerhard Delling geradezu als hyperintelligenter Zwilling Robert Gernhardts durchgehen könnte, längst verdrängt. Bis zu jenen wiederkehrenden Momenten, an denen Küppersbusch aus dem Radio-Eins-Studio angerufen wird, um seinen tagespolitischen Senf breitzuschmieren. Dann zuckt die Hand zur Fernbedienung.

Küppersbusch ist weder wortgewandt noch originell. Das wäre verzeihlich, denn seine Kollegen Blödel, Jörges und Maroldt sind es auch nicht. Aber Küppersbuschs Plattitüden, von ihm überaffektiert maulig und mißgelaunt vorgetragen, sind desinformiert und falsch. Darin unterbietet er das BJM-Trio um Längen.

Am 29. September verhedderte sich Küppersbusch in einem so schlichten Ding wie der Bundespräsidentenwahl:

“Und so nominiert folgerichtig nun auch die Linkspartei TV-Günstling Peter Sodann als Herausforderer zur Bundespräsidentenwahl.”

Peter Sodann als TV-Günstling abzuwerten ist doppelt dämlich. Wenn Küppersbusch wüßte, wie man ein Fernseharchiv benutzt, könnte er dort die Sendeminuten addieren, die Hofnarr Wolfgang Stumph — ein tatsächlicher TV-Günstling im negativen Sinn — zugestanden werden, und mit der kümmerlichen Sendepräsenz von Sodann vergleichen. Anschließend würde ihm vielleicht ein mitleidiger Archivar ins Ohr flüstern, daß Sodann längst nicht mehr im Fernsehen zu sehen ist.

“Frau von der Leyen möchte auch mal nach Hause zu ihren sechs Kindern, da kann die Supernanny einspringen.”

Frau von der Leyen hat sieben Kinder. Das muß Karl Kasuppke nicht wissen, der täglich zur Schicht fährt und abends bei Sat1 verdämmert. Für ein großspurig aufgedrehtes Männeken wie Küppersbusch, das vorgibt, im Radio politische Kommentare zu sprechen, ist das eine höchst peinliche Fehlinformation.

“In letzter Zeit ist das so’n Casting für Deutschland sucht den Superhorst geworden. Da werden ständig Leute vorgeschlagen, die keine Sau kennt, und das könnte man auch als Zeichen deuten, wir brauchen das Amt überhaupt nicht mehr. Wenn wir das Amt nicht mehr brauchen, und da aber dann Schauspieler versorgen können, der beim Tatort sowieso demnächst rausfliegt, is ja dufte.”

Sodann kann demnächst nicht rausfliegen. Er ist längst rausgeflogen. Am 11. November 2007 lief Sodanns letzter Tatort. Was für ein Fauxpas von Großmaul Küppersbusch.

Nun werden Sie, liebe Leser, vielleicht sagen: Dann schalte doch um! Das ist keine schlechte Idee. Denn zum Glück besitzt der RBB noch andere Sender. Radio Fritz ist kommentatorenfrei. Gott sei’s gedankt.

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