Malte Lehmings täglicher Lacher (11)

Geschrieben von messitschbyburns am 07. November 2008 | Lehming, Obama


Kennen Sie, liebe Leser, die Szene aus dem Simpson-Film, in der sich Homer Simpson an eine Abrißbirne klammert, die am Ausleger eines Krans wie ein Pendel hin- und herschwingt und dabei ständig gegen eine Wand knallt?

Unser kleines rechtes Zwirnhirn Malte Lehming hatte am 4. November 2008 ein ähnliches Erlebnis.

Der verhaßte Barack Obama, dieser dunkle Bursche aus Hawaii, gewann die Präsidentenwahl. Lehming gluckte einsam vor seinem Monitor und starrte auf die Zahlen; jene stummen Zeugen der Unverfrorenheit des Negers, ungebeten ins Establishment der Falken und Kriegszündler einzudringen: 349 Wahlmänner und -frauen für ihn, 163 für den vollverblödeten McCain und seine Trottellumme Palin.

Das saß. Immer wieder schlug Lehming seine Stirn gegen die Tischkante, kasteite sich mit einer neunschwänzigen Peitsche und schrie ins Dunkel der Nacht: Warum nur? Warum?

Hatte er nicht alles versucht, um den Neger madig zu machen? Schrieb er nicht Kommentar auf Kommentar, um den Lesern einzubleuen, wie schändlich und schädlich der schwarze Mann, der ja nicht mal richtig schwarz ist, für die von Lehming unterwürfig angebeteten USA sein werde? Lesen denn die US-Amerikaner keinen Tagesspiegel?

Dabei hoffte und bangte Runzelhirn Lehming noch am Wahltag, der potentielle Weltbrandstifter McCain möge ins Weiße Haus einziehen. Und für den Fall, daß die herbeigesehnte Niederlage des Finstermannes Obama in die Hose gehen sollte, griff Jungpimpf Lehming — vielleicht nach Rücksprache mit seinem Rottenführer Henlyk M. Blödel — vorab zur hammerharten Wählerbeschimpfung:

“Obama wegen seiner Hautfarbe nicht zu wählen, ist diskriminierend, ihn allein deswegen zu wählen, beleidigend.”

95 Prozent der männlichen und 96 Prozent der weiblichen schwarzen Wähler haben Obama gewählt — wegen seiner Hautfarbe. Diesen Wählern unterstellte Rechtshirn Lehming schon am Wahltag eine Beleidigung ihres Kandidaten. Wenn dem deutschen Stahlhelm nichts mehr einfällt, dann spuckt er eben auf die Wähler, die nicht so spuren, wie die extreme Rechte wünscht.

Am Tag nach der Wahl, nachdem sich Nachthirn Lehming die gezackten Sterne seiner Neunschwänzigen aus dem welken Fleisch gepuhlt hatte, bestellte ihn sein geliebtes kleines Führerchen Casdorff zum strengen Rapport: Die Wahl war gelaufen, McCain aus dem Rennen.

Das kleine Führerchen wischte sich die Tränen des Entsetzens aus den Augen, schniefte laut und bellte Lehming spuckesprühend an1: Ein Kommentar muß her! Prominent auf der Titelseite! Um den Lesern zu zeigen, das der Neger ein Lumich ist, ein Scharlatan, ein Taugenichts!

Schneckenhirn Lehming schlich rückwärts gebückt aus dem Büro seines Führerchens. Er setzte sich vor seinen Monitor und kämpfte mit den Tränen: Obama auf dem Präsidentenstuhl! Warum nur? Warum?

Dann wischte er die Blutspuren von der Tischkante und begann, den verhaßten Obama aggressiv zu Kleinholz zu hacken:

“Entpuppt sich der Hype um Obama bald als Hypothek? Folgt der Täuschung die Enttäuschung? Das Mandat, das ihm 60 Millionen US-Wähler erteilten, ist groß, zumal die Demokraten nun in beiden Häusern des Kongresses eine satte Mehrheit haben. Doch Mandat wofür? Höchst disparate Kräfte zerren an ihm: desillusionierte Neokonservative, Bürgerrechtler, Gewerkschafter, Latinos, Staatsverdrossene, Staatsverehrer, die Jugend, die Intellektuellen, die Spirituellen. Sie alle stellten sich hinter Obama. Eine Bewegung aber bilden sie nicht.”

Soll heißen: Er kann es nicht. McCain hätte es gekonnt. Nun macht euch auf bitterböse Enttäuschungen gefaßt, ihr verblendeten Wähler und Sympathisanten des Negers.

Und Schrumpelhirn Lehming legt noch eine Kohle (sic) nach:

“Obama belegt: Jeder in Amerika kann Präsident werden.”

Also auch jeder Depp, Schaumschläger und geistig nur bedingt belastbare Lehming, so er in den USA geboren wurde.

Murmelhirn Lehming speicherte seinen Kommentar, stand auf und schlich bedröppelt zum Fenster. Er starrte hinaus und schaute in einen Abgrund. Der Sinn des Lebens war perdu. Er öffnete langsam den Fensterflügel und kletterte auf den Sims. Ein letzter Blick zurück, auf den flimmernden Monitor, das Telefon zum Führerchen und das sündteuere Diensthandy. Dann sprang er in die Tiefe.

Aus dem Erdgeschoß.

Als Menschenfreunde sagen wir: Gott sei Dank! Denn auch grenzwertige humanoide Nulldenker sollen leben. Es ist ihnen Strafe genug.

  1. Das hatte sich das kleine Führerchen Casdorff von Rottenführer Blödel abgeguckt. []

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