Von Ratten und Menschen

Geschrieben von messitschbyburns am 22. Dezember 2008 | Berlin, FDP


Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, schreibt auf seiner Website (Screenshot hier öffnen):

“Wir haben ein großes Rattenproblem in Mitte, mit dem das Gesundheitsamt wegen mangelnder Mittel nicht allein fertig wird. Laut den Zahlen des Senats ist Mitte die Rattenhochburg unter den Bezirken.”

In Mitte logiert auch die Bundeszentrale der FDP. Die meint Henner Schmidt nicht. Er will echte Ratten jagen. Die Details bespricht er mit der BILD-Zeitung:

“Es muss eine Großaktion geben! Das Gesundheitsamt muss die Leute ausrüsten und anleiten.”

Wer soll mitmachen?, fragt BILD. Henner Schmidt hat einen Plan:

“Diejenigen, die sich über Ratten ärgern. Und diejenigen, die sich mit der Fangprämie was dazuverdienen wollen – Leute, die ärmer sind.”

Wie stellt sich FDP-Politiker Schmidt die Treibjagd vor?, bohrt BILD investigativ weiter. Henner Schmidt hat noch einen Plan:

“Ein paar Hundert Leute sollten einen engen Kreis bilden und gleichzeitig sollten die Nager aus den Blumenkisten und anderen Verstecken aufgescheucht werden.”

Und wer die Bisse der in die Enge getriebenen Ratten überlebt hat, bekommt einen Lohn:

“Ein Euro für jeden erlegten Nager!”

Das ist die Wiedergeburt der fürstlichen Treibjagd. Die Bauern trampelten durch den Wald, klopften an die Bäume und scheuchten das Wild in die Fangnetze. Dort erlegte der Fürst, was ihm beliebte.

Weil Ratten nicht genießbar sind, entfällt das fürstliche Tötungsprivileg. Der Herrenreiter der FDP begnügt sich, aus sicherer Distanz zu beobachten, ob die armen Schlucker mit den Ratten fertig werden.

Ein Amüsement für die ganze FDP-Familie, mit plastisch chirurgierter Gattin und übergewichtiger Tochter:

“Guckt mal, wie sie laufen! Ist das nicht süß? Jetzt wird einer gebissen! Wie aufregend! Wollen wir wetten, wie lange er noch humpeln kann? Ich setze 50 Cent auf 30 Minuten. Und du, Sarah Maria Leonie?”

Henner Schmidt gehört zu denen, die bei McKinsey moralisch deformiert wurden. Seine Rattenjagd durch Arbeitslose ist kein übermotivierter Ausrutscher. Sie ist die Konsequenz aus der Verbindung von McKinsey und FDP: 150 Prozent Neoliberalismus.

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“Mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten für
die Menschen in Berlin sind meine Ziele.
Ihr Henner Schmidt

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