Ihr habt uns falsch verstanden!
Am 2. Januar freuten wir uns über fünf Tage ohne Spam und wünschten uns 365 Tage ohne Spam.
Wir hätten wohl den Mund halten sollen. Denn einen Tag später prasselte ein Spam-Hagel auf unser kleines Blog, wie wir ihn noch nicht erlebt haben.
684 Spammails, als Kommentare getarnt. Am nächsten Tag 533, am übernächsten 795, dann 829 und 914. Vielleicht knackt ihr heute die 1.000.
Haben wir euch mit dem Wort Spam beschworen, wie Baba Jaga am Suppenkessel? Können wir den Zauber wieder rückgängig machen, wenn wir das Wort Spam doppelt murmeln: Spam Spam? Oder vierfach: Spam Spam Spam Spam?
Wir würden es auch singen.
Hätten wir die Kommentarfunktion noch immer freigeschaltet, dann wäre unsere Kommentarleiste längst explodiert. Dabei stellten wir die Kommentare vor einem dreiviertel Jahr auf “Moderieren” um, weil uns damals beschauliche 3-5 Spams pro Tag heimsuchten. Das fanden wir nicht so prickelnd.
Was für paradiesische Zeiten. Heute löschen wir euren Spam, und während des Löschens rutschen die nächsten Kaufempfehlungen in die Warteschlange. Wie bei Hase und Igel.
Alle Spams haben den gleichen Inhalt: Irgendwelches Zeug, das ihr als The same as anpreist — The same as Viagra, Cialis, Ritalin, Mescalin und Amphetamin. Free Hashish gibt’s auch; vermutlich The same as Bahndamm.
Die Mitarbeiter eurer Company, die im Absender ordnungsgemäß ihre Namen eingetragen haben — falls man Rückfragen hat –, heißen immer anders. Ihr müßt eine sehr große Company sein, mit tausenden fleißigen Menschen. Sie tragen seltene Namen wie GlareeSlurb, Embentesejemn, Preeltprorb, Alelirattrory, Dotaagods, Asceclafe, Kerfurgeode, TilmAleme und Insidlipulk. Arme Mitarbeiter.
Eure Produktvorschläge mögen ja lieb gemeint sein. In der dunklen Jahreszeit greift man gern zu einem Cocktail aus Ritalin, Mescalin und Amphetamin und zerbröselt dabei eine Fünferpackung The same as Viagra im Haschisch-Pfeifchen. Dann geht die Luzi ab, man lernt die Rettungsstelle im Unfallkrankenhaus Marzahn von innen kennen und hat im Vierbettzimmer angenehme Unterhaltung, bis der warme Frühling kommt.
Leider sind wir die falschen Adressaten. Hier ist niemand depressiv oder undersexed, und alle Körperteile sind topfit und in bester Kondition.
Wir haben aber den Verdacht, daß eure Angebote gar nicht uns gelten. Denn ihr beglückt uns nicht wahllos. Ihr habt euch einen einzigen Beitrag ausgesucht, den ihr täglich zuspammt. Nur diesen einen Beitrag.
Es ist unser erster Artikel über Malte Lehming.
Daß Malte Lehming auf The same as Viagra, Cialis, Ritalin, Mescalin, Amphetamin und eine Portion Free Hashish abfährt, halten wir für sehr wahrscheinlich. Lehming schluckt alles, von George W. Bushs Dünnpfiff bis zur Stiefelwichse von Henlyk M. Blödel. Der wirft sich auch eure Spaßmacher ein.
Aber wäre es nicht kundenorientierter, wenn ihr eure Kaufanreize an malte.lehming@tagesspiegel.de mailen würdet, von Produzent zu Konsument und ohne Streuverluste? Und könnt ihr gleich morgen damit beginnen?
Wir löschen euren Mist nämlich ungeklickt und ungelesen.
Vielen Dank im Voraus
Messitsch by Burns
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