Once upon a time: Messitsch

Geschrieben von messitschbyburns am 12. Dezember 2007 | Privatissima


Es war einmal. Vor vielen vielen Jahren, als die Welt noch rund und die DDR am Zerbröseln war. Als fünf hoffnungsfrohe Menschen glaubten, es sei Zeit, eine Musikzeitschrift zu gründen. Ganz ordentlich, wie sich das damals gehörte. Mit förmlichem Antrag, Konzeption, Lebenslauf und Referenzen beim Ministerium für Medienpolitik der Deutschen Demokratischen Republik. Über dem Antrag stand: “Messitsch — Töne & Zeichen“.

Eingereicht am 10.11.1989, registriert und damit genehmigt am 26.02.1990 vom Presse- und Informationsdienst der DDR, Otto-Grotewohl-Straße 19D, 1086 Berlin. Das Ministerium hatte sich zwischenzeitlich aufgelöst.

Nach drei Jahren war der Spaß zu Ende. Eigentlich schon nach drei Monaten. Der irrwitzige Mix aus mediokren Layoutern, Zeichnern und Fotografen auf der einen und musikbesessenen Autoren — Musikfreaks im besten Sinne des Wortes — auf der anderen Seite war eine Totgeburt.

Die Leiche kann aber besichtigt werden. Der unermüdliche Lutz Schramm archivierte die Titelbilder und ausgewählte Artikel, darunter die exzellente Serie “Die glorreichen Achziger”, in der Insider Mark Modsen einen detaillierten Überblick über den Teil der DDR-Szene gab, der sich vom Staatsrock-Zirkus fernhielt. Meistens.

Messitsch by Burns ist keine Wiederbeatmung der Mumie. Aber das Motto der fünf Furchtlosen könnte auch über dem Blog stehen: Subjektiv und parteiisch.

The Messitsch is dead, long live the Messitsch. Let’s roll.

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