Mütter!

Geschrieben von messitschbyburns am 01. März 2009 | Immer wieder sonntags, KiPo


Wenn Sie sich fotografieren lassen oder sich selbst fotografieren oder Fotos von sich verschaffen und in Verkehr bringen, werden Sie mit Rauswurf bei Facebook bestraft.

Zumindest, wenn Sie Ihrem Baby während des Fotografierens die Brust reichen.

Denn Facebook ist eine moralisch saubere Anstalt, deren Anstaltsleitung das Stillen eines Babys als abstoßend empfindet.

Und wenn Sie — ja, Sie! — unbedingt den Balg an Ihre Brust klemmen müssen, obwohl es ausreichend Babyflaschen und kerngesundes Milchpulver gibt, und wenn Sie — ja, Sie! — Ihre Nachwelt mit ekligen Nuckelbildern belästigen wollen, dann beachten Sie gefälligst folgende Facebook-Regeln!

Brustwarze bedeckt, Foto erlaubt:

stillen_01_s.jpg

Brustwarze gerade noch bedeckt, Foto bedenklich:

stillen_02_s.jpg

Warzenhof sichtbar, Foto streng verboten:

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Merken Sie sich das! Und hören Sie gut zu!

Sollte ihr sexuell aufgeheiztes Balg die Pubertät erreichen und eines Tages ein Handy besitzen, dann möge es sich von der Schweiz fernhalten. Dort erläßt die Regierung demnächst ein Gesetz, wonach Jugendlichen unter 16 Jahren verboten wird, Pornografie auf ihren Handys zu speichern.

Der Ständerat will es so — Ständerat, nicht Ständer-Rat! — , und der Nationalrat ebenfalls. Denn in der Schweiz, wo Frauen bis 1971 nicht wählen durften, herrschen Zucht und Ordnung. Hier weiß man, was gut für die Psychohygiene der heranwachsenden Generation ist: Papas Karabiner im Schrank, Mutters Maulschelle hinter die Rotzlöffel, und keine Pornos auf den Handys.

Merken Sie sich das! Zuhören! Wir sind noch nicht fertig!

Wenn ihre jungbrünftige Blage God’s Own Country besucht, dann Obacht! Mehrere Bundesstaaten haben beschlossen, Teenager vor Gericht zu stellen, die sich nackt fotografieren und diese Fotos im Internet oder anderswo öffentlich machen — wegen Kinderpornografie.

Wir haben Sie gewarnt!

Es nützt nämlich nichts, wenn Ihr Teenie tränenüberströmt vor dem Haftrichter schwört, das Handy ganz allein und freiwillig, im ungestümen Rausch der Hormone oder einfach aus Langweile, auf sich gerichtet und die Fotos — wiederum ganz allein und freiwillig — an Freunde verschickt zu haben: Kinderpornografie bleibt Kinderpornografie.

Da ist der Gesetzgeber unerbittlich: Ein Teenager, der mit seinem eigenen Nacktfoto auf dicke Hose machen und andere Kids beeindrucken will, wird im Land of the Free and Home of the Brave erbarmungslos verurteilt und anschließend ins Register für Sexualstraftäter eingetragen. Sein Leben lang.

Gut so!

Wie sonst sollte wohl in den USA die abnorme Zahl der Teenager-Schwangerschaften sinken, wenn nicht durch rigorose Verfolgung amoralischer Selbstportraits? Etwa mit Sexualkunde in öffentlichen Schulen? Jehova!

Merken Sie sich das! Zuhören!

Sollten Sie — ja, Sie! — eines Tages ohne Ihre Gören in den Urlaub fliegen und einen Flug bei American Airlines buchen, wo man Ihnen neuerdings gestattet, über den Wolken im Internet zu surfen, dann sparen Sie sich, die Sau rauszulassen und heimlich Porno-Seiten zu besuchen.

Das wird erstens von anderen Fluggästen als Anstößigkeit und Zumutung empfunden und zweitens demnächst durch Filter blockiert, sofern sich die US-Flugbegleiter durchsetzen.

Die schlagen nämlich ihrer Airline vor, jegliche Porno- und Sexseiten zu sperren, damit die Stewardessen nicht ständig zwischen notgeilen und frigiden Passagieren vermitteln müssen.

Man kann Sie ja schlecht rauswerfen! Obwohl es angemessen wäre, Sie altes Ferkel!

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Messitsch by Burns

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