Man würde sich wundern, wenn Dr. Schäuble den Berliner Senat nicht anpinkelte, um den Ethik-Unterricht zu verdammen und für die religiöse Verstopfung kindlicher Gehirne zu agitieren.
Man muß sich nicht wundern. Dr. Evil erfüllt alle Erwartungen:
“Die Schule kann Glauben nicht lehren oder vermitteln. Aber sie kann mit dem Angebot eines konfessionellen Religionsunterrichts die Grundlagen zum Glauben vermitteln. Dieses Angebot sollten Schüler erhalten, auch in Berlin.Als Privatmann unterstütze ich die Initiative Pro Reli. Gerade in Deutschland sollten wir angesichts unserer Vergangenheit vorsichtig sein: Der Staat kann keine religionsähnliche Ethik vermitteln. Da würde er sich zu viel anmaßen.”
Das klingt plausibel. Aber es stimmt nicht.
In Berlin wird für jeden Schüler Religionsunterricht angeboten. Ethik vermittelt keinen religionsähnlichen Ersatz. Die deutsche Vergangenheit hat gezeigt, wie innig christliche Kirchen und eine faschistische Regierung kooperieren können.
Wir hätten gern gehört, wie Dr. Evil diese Einwände umschiffte, entkräftete oder widerlegte. Doch die handzahmen Redakteure der Berliner Zeitung, die sich mit Dr. Evil zum Frühstück trafen, fragten nicht nach.
Ludenface Röhricht und seine herbe Begleiterin knusperten am Frühstück, das diesmal sehr spartanisch ausfiel und in der BLZ nicht mit schleichwerbender Nennung eines Hotelnamens vermarktet werden konnte. Dr. Evil empfing die Adlaten der Macht ganz schlicht am schmucklosen Konferenztisch in seinem Ministerium.
Was lernen wir daraus? Egal, ob sich die Tafel biegt

oder nur ein einsam Wasserglas auf dem Tische blinkt:

Gib deutschen Journalisten ein paar Krumen vom Ministertisch, und sie halten die Fresse. Denn die Nähe zur Macht korrumpiert. Für eine Tasse Kaffee aus der Hand des Ministers wird jede störende Nachfrage gestrichen.
Man möchte ja wieder eingeladen werden, seinen Bückling machen und sich mit dem Architekten des Vierten Reiches fotografieren lassen. Und ein speichelgeiler, wetterwendischer Phänotyp wie Ludenface Röhricht könnte ohnehin zu jeder Zeit und unter jeder Regierung Karriere machen.
Über solche Typen lacht Schäuble. Röhricht darf wiederkommen.
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