Potsdam, 13.02.2009, Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg. 16 Bundesländer präsentieren ihre popmusikalischen Glanzstückchen auf der Messe der Meister von Morgen.
Das Volk hat gewählt. Bitte erheben Sie sich von den Plätzen.
Platz 16:
Sachsen-Anhalt: Angela’s Park
Pompöser Elektropop im Gedenken an die verbotenen 80er Jahre. Würde auch Egon Krenz gefallen.
Platz 15:
Niedersachsen: Fotos
Schnullipop von Langweilern für Langweiler. Seit Jahren als The Next Big Thing beschworen. So seh’n Verlierer aus.
Platz 14:
Saarland: P:LOT
Coldplay-Imitatoren mit einem zauselbärtigem Kopfstimmen-Akrobat, der keine drei Sekunden den Ton halten kann.
Platz 12:
Rheinland-Pfalz: Pascal Finkenauer
Satter Rock mit nörgelnder Stimme. Nicht übel.
Mecklenburg-Vorpommern: Marteria
Rap aus Rostock. Überraschend gut.
Platz 11:
Bremen: Flowin IMMO et les Freaqz
Die letzte Hip’n'Rock-Revue starb mit der EAV. Flowin IMMO hat’s nur noch nicht gemerkt.
Platz 10:
Bayern: Claudia Koreck
Konstantin Wecker, Stefan Waggershausen, Lisa Fitz, Claudia Koreck … Lieber Gott, wirf einen Blitz und laß ihn alle bayrischen Mundartdeppen beim Scheißen treffen. Danke.
Platz 9:
Brandenburg: Sven van Thom (a.k.a. Sven Rathke aus Wandlitz)
Es gibt mehrere Gründe, warum Brandenburger in Berlin nicht übermäßig beliebt sind. Ein Grund ist Flachrapper Rathke.
Platz 8:
Schleswig-Holstein: Ruben Cossani
Junge Anzugmänner verehren die Roten Gitarren, als die die Beatles verehrten.
Platz 6:
Hessen: Fräulein Wunder
08/15-MIA-Pop mit ganz viel Nullen vor der 8.
Thüringen: Chapeau Claque
Theatralischer Pathos-Pop, barfuß im senffarbenen Büßersack gesungen.
Platz 5:
Hamburg: Olli Schulz (ohne Hund Marie)
Ein begnadeter Entertainer. Olli Schulz for President.
Platz 4:
Baden-Württemberg: Cassandra Steen
Fahrstuhltauglicher Hitparaden-Soul á la Xavier Naidoo. Ein Lehrbeispiel aus der Abteilung: Wie erdrückt man eine fabelhafte Stimme unter einer dicken Zuckerschicht.
Platz 3:
Nordrhein-Westfalen: Rage
Prollmetal für die Stehkurve.
Platz 2:
Sachsen: Polarkreis 18
Münchener Freiheit, Regionalausgabe Dresden. Metrosexuell gestylter Tuckenpop, so lächerlich wie die konsulvisch zuckenden Jungmänner in ihren weißen Kostümen.
And the winner is:
Berlin: Peter Fox
Höchstprofessionelle Show, ein Fest für Augen und Ohren. Peter Fox deklassiert alle Mitbewerber. Ein würdiger Sieger.
Sonderpreis:
Ministerpräsident Matthias Platzeck für die geschliffene Aussprache des Vorjahressiegers: Sabbweei do Selli.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Sie dürfen sich setzen.
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