“Wir sind GIGA”

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Februar 2009 | Games, Medien


Am 13. Februar erklärte der Fernsehsender Premiere, seinen Debilensender GIGA Ende März einzustellen. Auf der Website GIGA.de, die im Mai abgeschaltet wird, fließen reichlich Tränen:

giga.jpg

GIGA war ein Bastard aus traditionellem Fernsehen, Internet-TV und hemmungsloser, als Spieletest kaschierter Produktwerbung.

Wer die präsenilen GIGA-Shows auf der Games Convention beobachten durfte, zollte anschließend solch schmierigen Pseudosendern wie 9Live höchsten Respekt.

Zwar rühmt sich GIGA.de, mit über 2 Millionen Visits pro Monat die größte Internet-Community aller deutschen Jugendsender zu sein, doch bei GIGA-TV mußten 3-Sekunden-Zapper erfaßt werden, um Zahlen zu präsentieren, die nach Millionen klingen (hier als pdf):

giga_einschaltquoten.jpg

Premiere erlöst GIGA vom kümmerlichen Dasein — und prompt wird protestiert. Auf einer Unterstützer-Website fordern die Freunde des sinnbefreiten Fernsehkonsums, die ARD solle möglichst zahlreich mit einem Online-Musterbrief beballert werden, um GIGA ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zu transferieren: auf einen Sendeplatz des Kinderkanals (KiKa).

Vielleicht, weil sich GIGA auf KiKa reimt, was die Infantilität der GIGA-Viewer nicht überfordert. Sinnvollerweise paßt sich das Bittgesuch an die ARD den sprachlichen Fähigkeiten eines KiKa-Grundschülers an.

Ein GIGA-Aktivist schreibt zum Musterbrief:

“[Durch eine Übernahme des GIGA Programms] würde nicht nur die Zielgruppe der ARD erweitert werden, sondern eine Millionenschwere Community könnte dadurch erhalten werden.”

Das liest sich flott. So, als ob die ARD ohne rechtliche Probleme einen fremden Sender schlucken dürfte, um ihn in ihr starres Programmschema zu integrieren. Die seit Monaten laufenden Diskussionen um die Sendezeiten für Tagesthemen und Bundesliga — zwei riesigen, für die ARD eminent wichtigen Dickschiffen — scheint im kleinen GIGA-Lager noch nicht angekommen zu sein.

Die angeblich millionenschwere Community konnte außerdem nicht verhindern, daß die GIGA-Werbeblöcke immer dünner wurden. Premiere hat mit GIGA keinen Cent verdient. Möglicherweise überschätzt man sich als GIGA-Fan, der jährlich seine Spiele kauft und glaubt, die Käufer seien eine Macht.

Das sind sie nicht. Die Verkaufszahlen der Computerspiele-Presse:1

  • PC Games: 122.155 (- 24/- 52)
  • PC Action: 56.035 (- 22/- 50)
  • Game Star: 171.866 (- 15/- 43)
  • Computer Bild Spiele: 286.019 (- 13/- 53)

KiKa ist ein werbefreier Spartensender und wäre vom desolaten Anzeigenmarkt nicht betroffen. Sich ein Produkt mit sinkender Akzeptanz (zumindest bei reinen PC-Spielen) aufzuhalsen, wäre trotzdem pures Samaritertum.

Zwar ist der ARD seit Pocher alles zuzutrauen. Möglicherweise schwingt sie sich wirklich auf ein halbtotes Pferd und produziert demnächst GIGAKA oder KIGIKA.

Das wäre dann aber ein Wunder, denn der Rundfunkstaatsvertrag, der der ARD die Übernahme von privaten Sendern verbietet, stünde dem entgegen.

Am Freitag will sich die ARD äußern. Bis dahin kann jeder Kämpfer für GIGA seine Solidarität mit einem schwarzen Band der Sympathie demonstrieren, einem Trauerband nicht unähnlich:

giga_ard.jpg

Ein GIGA-ist unterschrieb seinen Aufruf, Mails an die ARD zu schicken, mit den Worten:

In diesem Sinne:
Wir sind GIGA.

Dem wird wohl niemand widersprechen. Und den GAGA-Witz verkneifen wir uns.

  1. In Klammern: Auflagenrückgang in Prozent, bezogen auf 2007 und 2003 []

2 Kommentare ↓

#1 Casa Rural am 25.04.09 um 19:18

“GIGA war ein Bastard aus traditionellem Fernsehen, Internet-TV und hemmungsloser, als Spieletest kaschierter Produktwerbung.

Wer die präsenilen GIGA-Shows auf der Games Convention beobachten durfte, zollte anschließend solch schmierigen Pseudosendern wie 9Live höchsten Respekt.”

Totaler Schwachsinn, wer das geschrieben hat. Ich war auf der GC in Leipzig 2008, dort habe ich GIGA noch besser kennengelernt. Übrigens stimmt der Satz “GIGA war ein Bastard aus traditionellem Fernsehen, Internet-TV und hemmungsloser, als Spieletest kaschierter Produktwerbung.” Keinesfalls, GIGA ist eine Plattform von und für Gamer gewesen und wird es auch immer sein. 9Live hat nichts mit dem Niveau von GIGA gemeinsam sondern befindet sich weit unter dem Niveau das GIGA seit der Gründung hatte, und bis zum Ende (?) behielt. Auf GIGA erlebte man Leute die nicht nur wegen dem Geld sondern wegen Leidenschaft an die Themen dort sind.

Gruß,
Casa Rural

#2 Andree F. am 21.03.11 um 11:18

das was hier geschrieben wurde mit

originale Zitate:
“GIGA war ein Bastard aus traditionellem Fernsehen, Internet-TV und hemmungsloser, als Spieletest kaschierter Produktwerbung. Wer die präsenilen GIGA-Shows auf der Games Convention beobachten durfte, zollte anschließend solch schmierigen Pseudosendern wie 9Live höchsten Respekt”

und vorallem dingen

“kleinen GIGA-Lager”

DIES STIMMT AUF GAR KEINEN FALL!

der der dies geschrieben hatte gehört mal das Hirn gewaschen. Jeder weiß dass GIGA EINER der ERFOLGREICHSTEN Jugend- und Gamingsender im deutschen Fernsehen war! Und dass seit 1998

ach ja und folgendes zu dem Zitat
“doch bei GIGA-TV mußten 3-Sekunden-Zapper erfaßt werden, um Zahlen zu präsentieren, die nach Millionen klingen”

wenn wirklich sowas sein sollte bei giga dann wäre giga schon um längen vorher abgestellt worden sein.

Wenn einer um GIGA trauert dann aber bitte RICHTIG! Man sollte um Fakten KEINE Witze machen!!

LG
Andree

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