Scheiß drauf: Wir machen den Weg frei!

Geschrieben von messitschbyburns am 05. Februar 2008 | Deutscher Irrsinn, Überwachung


Deutsche Bankfilialen werden videoüberwacht. Glaubte man bisher, um Banküberfälle aufzuklären, weiß man seit heute: Um Reinigungskosten zu sparen.

Eine Kundin der Volksbank-Filiale Stuttgart-Degerloch erhielt folgendes Schreiben:

“Aufgrund der Videoüberwachung in unserer Filiale konnten wir feststellen, dass es resultierend aus Ihrem Besuch unseres Geldautomatenbereichs zu einer fäkalen Verunreinigung kam. Wir bitten Sie daher, für die entstandenen Reinigungkosten aufzukommen.”

Die fäkale Verunreinigung bestand in Hundescheiße, die an der Schuhsohle der dreieinhalbjährigen Tochter der Kundin klebte. Irgendwer ließ seinen Fiffi auf den Fußweg kacken. Das kleine Mädchen patschte in den Haufen, zog eine stinkende Spur bis in die Filiale und ist nun die Böse. Weil die Mutter am Automaten Geld abhob, waren ihre Adressdaten bequem zu ermittelt. Der Hundebesitzer und sein behaartes Schwein dürfen derweil weiter die Fußwege fäkalisieren. Man kann ja achtgeben und einen Bogen um die Haufen machen. Das ist doch nicht zu viel verlangt!

Dafür, daß in der Filiale Stuttgart-Degerloch der Weg frei von Hundescheiße gemacht wurde, soll die Kundin 52,96 Euro für “eine Stunde Arbeitszeit Meister/Obermonteur” an die notleidende Volksbank überweisen. Zahlbar innerhalb von 14 Tagen. Das anschließende Prozedere bei Nichtzahlung kennt man: Mahnen, Klagen, Vollstrecken; Kontopfändung, Schufa-Eintrag, Inkasso bis zum Jüngsten Tag.

Die Volksbank macht derweil auf dicken August und reagiert patzig:

“Die Beobachtung der Räume und die Auswertung des Bildmaterials sei zur Wahrnehmung des Hausrechts zulässig. Dieses werde auch häufiger praktiziert, weil es immer wieder zu Vandalismus komme.”

Hundescheiße als Vandalismus. Da bekommt die Forderung nach Verschärfung des Jugendstrafrechts einen noch dumpferen Klang.

Trotzdem gebührt der Volksbank Dank und Anerkennung. Denn mit ihrer piefigen Aktion hat sie versehentlich enttarnt, wofür die flächendeckende Überwachung und Datenerfassung in Deutschland mißbraucht wird. Wenn ein Überwachungsfanatiker wieder mal den Zeigefinger hebt und faselt: “Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten”, können wir seinen Finger lächelnd in Richtung Stuttgart-Degerloch drehen.

Die Banksprecherin Isabell Sprenger wollte sich nicht weiter zu diesem Fall äußern, weil die zuständigen Datenschützer und Raumpfleger im Faschingsurlaub seien.

Helau und Alaaf! So jung komme mer nie mehr z’samm! Darauf einen Rundgesang! Frau Sprenger beginnt!

Scheiße in der Lampenschale
gibt gedämpftes Licht im Saale.

Scheiße in der Badehose
gibt im Schwimmbad braune Soße.

Scheiße auf der Tennissocke
kommt vom Kacken in der Hocke.

Scheiße im Kanonenrohr
kommt Gott sei dank nur selten vor.

Hella-Hella-Hella-li
Hella- Hella-li-lu
Hella-Hella-Hella-li
Hella- Hella-li-lu

Scheiße auf der Kirchturmspitze
sieht schlecht aus und stinkt bei Hitze.

Scheiße auf der Friedhofsmauer
stört die Toten bei der Trauer.

Scheiße auf der Fahnenstange
hält bei starkem Wind nicht lange.

Scheiße am Verkäuferkittel
ist kein gutes Werbemittel.

Hella-Hella-Hella-li
Hella- Hella-li-lu
Hella-Hella-Hella-li
Hella- Hella-li-lu

Scheiße in der Puddingform
verändert den Geschmack enorm.

Scheiße auf dem Tellerrand
wird als Senf nicht anerkannt.

Scheiße in der Wasserleitung
stört die Essenzubereitung.

Scheiße in den Einkaufstaschen
hält die Kinder ab vom Naschen.

Narhallamarsch!
Humba humba humba tätärä …

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