Tellkamp schon wieder

Geschrieben von messitschbyburns am 18. März 2009 | Tellkamp


Der regierungskonforme Hofschreiber wanzt sich gern bei seinen rechtskonservativen Freunden an. Das wirkt meist peinlich, ist aber dank Tellkamps völligem Unvermögen, sich wenigstens eine glaubwürdige DDR-Biographie als Kämpfer gegen Partei und Regierung zusammenzulügen, immerhin unfreiwillig lustig.

Sein jüngster Lacher:

“Ich hatte damals mit dem Staat DDR nicht viel am Hut.”

Nein, überhaupt nicht.

Als freiwillig längerdienender Panzerkommandant der NVA, der sich verpflichtete, unbedingten Gehorsam zu leisten, um seinem sozialistischen Vaterland allzeit treu zu dienen, hatte Tellkamp mit dem Staat DDR nicht viel am Hut.

Mit der NVA vermutlich auch nicht. Das war alles Teil von Tellkamps großem oppositionellen Plan, um im Verborgenen den Staat DDR zu unterminieren, mit dem er ansonsten nicht viel am Hut hatte.

Denn jeder rechtschaffene DDR-Verächter drängte sich, den Fahneneid auf das sozialistische Vaterland zu schwören und als Panzerkommandant der NVA durch das Gelände zu brausen. Nirgendwo durfte man seine Distanz zur DDR so exemplarisch unter Beweis stellen wie beim freiwilligen Wehrdienst in deren Streitkräften, 18 Monate länger, als der Staat verlangte.1

Wobei: Wenn er mit dem Staat DDR nicht viel am Hut hatte — dann bleibt ein kleiner Rest an Tellkamps Hute kleben. “Nicht viel” heißt bekanntlich nicht “Nichts”. Etwas gefiel ihm also an der DDR.

Was wird es wohl gewesen sein? Werden wir es je erfahren?

  1. Die Kopplung von Studienzulassung und verlängertem Armeedienst wurde 1986 abgeschafft. Bis zu diesem Zeitpunkt mußte, wer studieren wollte und vom Wehrkreiskommando unter Druck gesetzt wurde, den auf drei Jahre verlängerten Wehrdienst schlucken. Ab 1986 nicht mehr. Wer dann drei Jahre diente, diente freiwillig. []

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