Amoklauf: Erinnerung an eine Lüge

Geschrieben von messitschbyburns am 24. April 2009 | Amoklauf, Geipel


Der Amoklauf von Winnenden wurde in den Medien kurz und heftig thematisiert, nun ist wieder Ruhe. Den Angehörigen der Opfer und den Eltern des Täters ist zu wünschen, daß das so bleibt.

Vor allem muß man hoffen, daß sich nicht wiederholt, was nach Robert Steinhäusers Amoklauf in Erfurt geschah: Das Geschäft mit einer Lüge.

Wir schrieben am 13. März, daß die Kommission Gutenberg-Gymnasium im Auftrag der thüringischen Landesregierung die Hintergründe des Amoklaufs untersuchte und in ihrem Bericht feststellte, daß Robert Steinhäuser nicht Counter-Strike spielte (hier der Bericht als pdf).

Auf Seite 338 zerpflücken die Berichterstatter ein Buch, in dem das Gegenteil behauptet wird:

“Weil in einem Buch im Zusammenhang mit dessen Ego-Shooter-Aktivitäten ein nach den Erkenntnissen der Kommission nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmendes Bild von Robert Steinhäuser gezeichnet wird, muß ausdrücklich klargestellt werden, daß Robert Steinhäuser nicht mit einem Freund Steffen die Nächte durch Counterstrike gespielt hat und Counterstrike auch kein Dauerbrenner von Robert Steinhäuser gewesen ist.

Für die gegenteiligen Angaben des erwähnten Buches haben sich aus den Angaben des besten Freundes von Robert Steinhäuser, der von der Autorin nach dessen Angaben niemals befragt wurde, sowie aus den Angaben des weiteren guten Freundes F des Robert Steinhäuser keinerlei Anhaltspunkte ergeben.

Da gerade diese beiden Freunde zu denen gehörten, mit denen Robert Steinhäuser in der Regel Egoshooter gespielt hat, wäre diesen die von der Autorin behauptete Vorliebe des Robert Steinhäuser für Counterstrike und diesbezüglicher nächtlicher Aktivitäten nicht verboren geblieben.

Die Kommission hat auch keinerlei Anhaltspunkte für die Existenz des in dem fraglichen Buch erwähnten Freundes mit dem Namen ‘Steffen’. In keinem der mit Freunden des Robert Steinhäuser geführten Gespräche, bei denen es auch immer um die Frage gegangen ist, wer denn alles zum Freundeskreis des Robert Steinhäuser gehört habe, ist dieser Name jemals aufgetaucht. Daß an dieser Stelle ohne gesichertes Faktenwissen offensichtlich ins Blaue hinein geschrieben wurde, erhärtet auch die Aussage des Freundes F, er kenne niemand aus dem nahen Umfeld von Robert Steinhäuser, mit dem die Autorin gesprochen habe.”

Die Autorin, auf die sich der Bericht bezieht, heißt Ines Geipel. In ihrem Buch “Für heute reicht’s. Amok in Erfurt” verquarkt sie Faschismus, Sozialismus, Euthanasie, Männerphantasie und Küchenpsychologie zu einer abstrusen Soße, mit der die einstige Mitläuferin (1984, 4 x 100 Meter, mit der fabelhaften Marlies Göhr) die Ursachen für Steinhäusers Amoklauf u.a. aus der verdrängten Nazivergangenheit der Ostdeutschen und deren verordnetem Antifaschismus ableitet:

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Liane von Billerbeck rezensierte Geipels Buch in der Zeit vom 22. Januar 2004:

“Problematisch ist jedoch, wenn eine Autorin glaubt, dass es für sie überhaupt keine Grenzen mehr gibt; nicht die Grenzen von Feingefühl und Takt, um es mal ganz altmodisch auszudrücken, auch nicht die Grenzen, die Berufsethos oder Opferschutz setzen […]

Und so vermischt sie ungerührt den Massenmord des Robert Steinhäuser mit den Verbrechen kommunistischer Kapos im KZ Buchenwald und den Euthanasieverbrechen in Jena, für die Autorin ‘drei große Akte seriellen Sterbens’, über die lange geschwiegen wurde und die deshalb mal eben so zusammengerührt werden können.”

Auf Seite 80 ihres Buches findet sich Geipels Counter-Strike-Lüge (hier vergrößern):

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Das Buch erschien 2004. Man kann es heute noch kaufen. Wir erwarben es nach dem Amoklauf von Winnenden bei einem Buchhändler.

Geipel verdient also immer noch Geld mit einer Lüge.

Das soll deshalb nicht unerwähnt bleiben, weil sie ihre Topflappenphilosophie auch nach dem jüngsten Amoklauf in die Mikrofone schwätzte.

Die sehr simpel gestrickte Mitläuferin, der in Winnenden die Amok-Begründung DDR abhanden kam, forderte diesmal etwas vollkommen Irres: einen Schulboykott, bis in Deutschland die Sportwaffen verboten werden. Zur Unterstützung darf sie auf Hubertus Knabe, Lutz Rathenow und Stephan Krawczyk zählen, der Crème de la Crème im Zirkus der Bekloppten. Gerhard Schöne ist auch dabei.

Die Resonanz auf den Boykottaufruf ist Null, natürlich. Populismus funktioniert nicht immer.

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“Ihr Grundmotiv ist nicht Aufklärung, sondern Hass.”

Foto (c) by Tohma

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