Thomas Mann nannte die 10 Gebote das Grundgesetz des Menschenanstandes. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer (CDU), widerspricht:
“Es könne nicht darum gehen, alle Leute auf gemeinsame Werte zu verpflichten.”
Meyer verabschiedet sich vom Verhaltenskodex der katholischen Kirche. Könnte man meinen.
Doch Meyer bezog sich auf den Ethikunterricht, bei dem er Parallelen zur Schulbildung der DDR zu sehen glaubt — und zwar zur Schulbildung, wie Meyer sie im Kopf hat: Erziehungsdiktatur, religionsloser Ort, antireligiöser Raum.
Um das Fach Ethik als post-sozialistische Indoktrination und das Fach Religion als freiheitlich-demokratische Fackel in Konfrontation zu bringen, leugnet der Präsident der Katholiken tatsächlich den Minimalkonsens gemeinsamer Werte in einer menschlichen Gesellschaft:
“Freiheit bedeutet Pluralität der Überzeugungen”.
Die Neonazis werden sich diesen Satz einrahmen.
Meyer vergaß, daß er mit seinem dahingeblubberten Nonsens die Grundlagen jeder Religion, die erstrangig auf gemeinsamen Werten aller Gläubigen beruht, zertrümmert.
Wahrlich, wir sagen euch: Der Pro-und-Contra-Reli-Streit trägt immer skurrilere Züge.
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