Der Sieger von Barcelona (0:4, 1:1) will die taz verklagen, weil sie ihn zum Osterfest als Brian veredelt hat:

Als Streitwert setzt Klinsmann 100.000 Euro an. Die Fotomontage ist ca. 21 x 28 cm groß, also 588 cm². Macht 170 Euro und 6 Cent je Quadratzentimeter oder 1,70 Euro je Quadratmillimeter.
Ein respektables Verhältnis. Noch beeindruckender ist die Wandlungsfähigkeit des Siegers:
ZEIT ONLINE, 14. April 2009, 16:05 Uhr:
“Die tageszeitung zeigt Sie sogar am Kreuz.”
Klinsmann:
“Ich nehme das so hin, und weiß, welche Freude und welche Ehre es ist, Trainer beim FC Bayern zu sein, mit all seinen positiven, aber auch negativen Momenten. Da muss ich jetzt durchgehen. Ich bin nicht derjenige, der dann mit dem Finger zurückzeigen wird. Ich kenne die Mechanismen der Medien. Ich weiß, wie deren Geschäft funktioniert. Aber ich konzentriere mich auf meine Aufgabe.”
ZEIT ONLINE, 14. April 2009, 20:03 Uhr:
“Jürgen Klinsmann will die taz auf Schadensersatz und Unterlassung verklagen […] [Er] sei ‘zutiefst und massiv‘ in seiner Menschenwürde und seinem Persönlichkeitsrecht verletzt, ließ die Kanzlei mitteilen.”
Zwischen “Ich nehme das so hin” und “Ich bin in meiner Menschenwürde verletzt” lagen nur vier Stunden.
Dagegen bleibt die katholische Kirche ruhig und entspannt:
“Das Thema sei ‘kein großer Aufreger’. Schließlich sei der Monty-Python-Film ‘Life of Brian’, aus dem die taz die Kreuzigungs-Szene abkupferte, sogar schon Bestandteil des Religionsunterrichtes an Schulen.”
Nur der FC Bayern München dreht am Rad. Sein Mediendirektor Markus Hörwick bezeichnet den Schmerzens-Klinsmann als “die vielleicht schlimmste Entgleisung, die es je in den deutschen Medien gegeben hat.”
Das ist doppelte Ironie.
Zum einen stellt Hörwick den harmlosen Ostergruß der taz über wirklich furchtbare, in letzter Konsequenz todbringende Entgleisungen deutscher Medien wie Julius Streichers “Stürmer”.
Zum anderen verdrängt Hörwick seine Herkunft: Vor seiner Bayern-Zeit arbeitete er fünf Jahre lang in der Münchner Sportredaktion der BILD-Zeitung.
Jehova, Jehova, Jehova!
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