Malte Lehmings täglicher Lacher (12)

Geschrieben von messitschbyburns am 14. Mai 2009 | Lehming


Nach der Pro-Reli-Niederlage, die sich für ihn noch demütigender anfühlen mußte als die Tempelhof-Klatsche 2008, verkroch sich Rechtsausleger Malte Lehming für ein paar Tage in sein trübes Dunstloch an der Potsdamer Straße. Erst der Wechsel der SPD-Frau Canan Bayram zu den Grünen holte ihn zurück ans Tageslicht.

Und worüber schwafelt Lehming im ersten Kommentar nach Pro Reli, der eigentlich Frau Bayrams Fraktionswechsel zum Thema hatte?

Selbstverständlich über Ethik:

“Wir erinnern uns: Als der rot-rote Senat einst das Schulfach Ethik einführte, wollte er vor allem die Frauenfeindlichkeit von Muslimen und die Ausländerfeindlichkeit von Neonazis bekämpfen. Jetzt wird der SPD selbst vorgeworfen, frauen- und ausländerfeindlich zu sein. Das passt der Partei natürlich gar nicht. Im Politfachjargon nennt man so etwas eine ‘Diskussion zur Unzeit’.”

Steht der Ethikunterricht in irgend einem Zusammenhang mit dem Parteiaustritt der Rechtsanwältin Bayram? Natürlich nicht.

Wie der letzte Foren-Trottel, der in jedem Posting einen Nazivergleich unterbringen muß, lebt Lehming in dem Zwang, den Siegern des Volksentscheides nachträglich in die Kniekehlen beißen zu müssen. Was für eine lächerliche Figur, dieser Lehming.

Dann haut er den Sozialdemokraten mächtig auf die Birne:

“Landes- und Fraktionschef Michael Müller sagte, Frau Bayram habe ihm ein ‘Sammelsurium von Gründen’ genannt, die ‘verworren und abenteuerlich’ seien. Dahinter stecke ‘nichts anderes als ein persönliches Problem’. Ins Klardeutsch übersetzt heißt eine solche Abwehr: Die gehört doch in die Klapse. Treffender hat selten ein Chef einen Vorwurf durch ein Dementi bestätigt.”

Erstaunlich, wie Lehming die Worte “persönliches Problem” mit “Klapse” assoziiert. Wenn es nur gegen die Roten geht, darf jeder Satz verbogen werden. Nebenbei rückt Lehming die SPD in die Nähe der Nazis, die ihre politischen Gegner u.a. durch Entmüdigung und Einweisung in die Irrenanstalt entsorgten.

Lehming, der Hetzer.

Nur einen Tag später schreibt sein Redaktionskollege Ulrich Zawatka-Gerlach über Canan Bayram:

“Eine äußerst komplizierte Persönlichkeit mit einer ebenso schwierigen Biografie wurde binnen kürzester Zeit, versehen mit der Frauen- und Migrantenquote, ins Landesparlament katapultiert. Sie sammelte hektisch Aufgaben und Ämter und war am Ende völlig überfordert und stets gekränkt, wenn sie sich in der eigenen Partei mal nicht mit einer Forderung sofort durchsetzen konnte.”

Zawatka-Gerlach stützt demonstrativ Landes- und Fraktionschef Müller und konterkariert damit — bewußt oder unbewußt, das spielt hier keine Rolle — Lehmings sprottendumme Unterstellung, die SPD würde Frau Bayram psychische Probleme andichten. Der nächste Kinnhaken für Lehming, den Hetzer.

Noch nie wurde Lehming so rasend schnell von der eigenen Redaktion öffentlich bloßgestellt. Nehmen wir’s als Zeichen der Hoffnung, daß seine Hausmacht bröckelt. Daß Lehming kündigt, glauben wir nicht. Wer will schon einen extremen rechten Brandbeschleuniger wie ihn beschäftigen — außer Junge Freiheit oder Cicero?

Und dann geschehen Dinge …

Lehming, der eben noch im Glücksgefühl der Schadenfreude um seinen Schreibtisch tanzte, weil mit dem Fraktionswechsel von Frau Bayram vielleicht der erste Sargnagel ins Kreuz der rot-roten Mischpoke gedonnert wurde, muß fassungslos zur Kenntnis nehmen, daß sich das Blatt nur eine Woche später gewendet hat:

Die Abgeordnete Bilkay Öney wechselt von den Grünen zur SPD — und nimmt, wie ihre Kollegin Canan Bayra, das Mandat mit.

Damit befinden sich die Mehrheitsverhältnisse im Senat auf dem alten Stand:

  • Regierung SPD/Linke: 76 Mandate
  • Opposition: 73 Mandate
  • Regierungsmehrheit: 3 Mandate

So viel Valium, wie Lehming nach dem Verpuffen seiner Träume von der geplatzten Koalition zur Beruhigung der enttäuschten Seele braucht, bekommt ein einzelner Mensch nicht in der Apotheke. Lehming kann aber Klaus Uwe Benneter fragen, ob er ihm beim Tragen hilft. Der hat jetzt auch eine Tüte Downer nötig.

Keine Kommentare ↓

Es gibt noch keine Kommentare. Sie können das ändern. Schreiben Sie einen Kommentar in das Formular.

Mein Kommentar: