Gestern veröffentlichte Daniel Bouhs einen Artikel in der Berliner Zeitung: “‘Nachtschicht’ auch am Tage. Fernsehen auf Abruf: Wie die TV-Sender ihre Programme im Netz präsentieren.”
Darin erklärt Bouhs, warum die ARD in ihrer Online-Mediathek alles mögliche anbietet, aber keinen Tatort.
Vor drei Tagen veröffentlichte Daniel Bouhs einen Artikel in der Frankfurter Rundschau: “Der Tatort ist noch immer nicht drin.”
Darin erklärt Bouhs, warum die ARD in ihrer Online-Mediathek alles mögliche anbietet, aber keinen Tatort.
Am 9. April 2009 veröffentlichte Daniel Bouhs einen Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit: “Warum es den ‘Tatort’ nicht auf Abruf gibt.”
Darin erklärt Bouhs, warum die ARD in ihrer Online-Mediathek alles mögliche anbietet, aber keinen Tatort.
Bereits am 20. Mai 2008 stellte Daniel Bouhs in der Frankfurter Rundschau in einem Interview die Frage (die ihm und seinen Lesern beantwortet wurde), warum die ARD in ihrer Online-Mediathek alles mögliche anbietet, aber keinen Tatort.
Das nennt man optimale Resteverwertung. Wie beim braungefleckten Milchvieh.1
Ebenfalls gestern beschwor Miriam Meckel in ihrer gewohnten Rolle als bildungsbürgerliche Weltuntergangs-Sirene den Qualitätsjournalismus deutscher Tageszeitungen:
“Wir [brauchen] den Qualitätsjournalismus, der es sich leistet, Reporter in die Welt zu schicken, die recherchieren, ihre Beobachtungen zurückbringen und uns das Neue erzählen.”
Bouhs mußte nicht durch die Welt reisen, um das, was er online recherchierte, mehrfach zu versilbern. Und so übermütig, den Begriff “Qualitätsjournalismus” für sich zu beanspruchen, wird Bouhs nicht sein.
Insofern kann man Frau Meckel beruhigen. Bouhs ist nur eine Ein-Mann-Drückerkolonne, die ihre angeschimmelten Artikel umschreibt, um den ranzigen Inhalt in neuer Verpackung so oft wie möglich zu verscherbeln.
Apropos ranzig:
Vor genau einem Jahr, am 12. Mai 2008, empörte sich Daniel Bouhs in der Frankfurter Rundschau über die Inbetriebnahme der ARD-Mediathek:
“Dass die ARD ihr Angebot fast heimlich in die Welt gesetzt hat, ist frech […] Die ARD hat jetzt einfach mal Fakten geschaffen, statt auf diese grundlegenden Entscheidungen [= 12. Rundfunkstaatsvertrag] zu warten.”
Ein paar Tage zuvor hatte er das ZDF angepinkelt: “Wie das ZDF im Internet einfach mal die private Konkurrenz auszuspielen versucht.”
Dem Wächter des Privatfernsehens gelingt das Kunststück, im Jahr 2008 ARD und ZDF für die Mediathek zu ohrfeigen und zwölf Monate später die gleiche ARD wegen fehlender Mediathek-Inhalte anzublaffen. Das sind schon schizophrene Züge.

Daniel Bouhs (aus der Erinnerung gezeichnet)
- Apropos braungefleckt: Auf der Website des Selbstkopierers findet man einen Link zum braungefleckten Schnullermündchen David Harnasch (Der Bildschirmarbeiter), einem stramm rechten Aktivisten auf der Achse der Blöden. Interessant, wie sich quasi nebenbei Bouhs’ politische Präferenzen offenbaren, denn einen Link in der Blogroll setzt man nicht aus Versehen. [↩]
2 Kommentare ↓
Lieber Herr Winkler,
vielen Dank, dass Sie sich so sehr für meine Arbeit interessieren. Das ehrt mich sehr.
Gestatten Sie mir doch bitte einige Anmerkungen zu Ihrem Eintrag:
1. würde ich Ihnen gerne erklären, wie ich arbeite. Ich versuche, möglichst konsequent an Themen zu bleiben. Genau das hat für mich mit Qualitätsjournalismus zu tun. Von einer “Resteverwertung”, wie sie meine Arbeit diskreditieren, möchte ich da lieber nicht sprechen.
2. leben freie Journalisten, die eine solide Arbeit machen wollen, sogar davon, ihre Themen mehrfach zu vermarkten. Warum das meines Erachtens so ist, erkläre ich Ihnen gleich. Insofern: eine optimale Vermarktung war das. Ja. Dazu stehe ich.
3. finanzieren wir freie Journalisten uns damit Geschichten wie diese: http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2009%2F06%2F20%2Fa0043&cHash=6000e41f35 Solche Geschichten würden sich bei den einzelnen Honoraren nicht rechnen. Was ich und viele meiner Kollegen aber tun ist Folgendes: Wir subventionieren sie quasi mit den oben beschriebenen Einnahmequellen. Warum? Weil sie uns wichtig sind. Und raten Sie mal, was ich dafür auch getan habe? Richtig: Ich bin gereist. Wie auch hierfür http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2009%2F05%2F23%2Fa0040&cHash=2e66b3b53d und für viele andere Geschichten, die Sie offensichtlich ausblenden, um Ihre These zu bekräftigen. Aber vielleicht versuchen Sie es sich ja nur so einfach zu machen, wie Sie mir das – natürlich irrtümlich – unterstellen. Ich weiß es nicht.
4. Weiß ich nicht, warum Sie suggerieren, Qualitätsjournalismus könne nicht überwiegend auch am Schreibtisch umgesetzt werden. Dort stehen nämlich neben einem Computer mit Internetzugang meist auch Telefone zum direkten Kontakt bereit. Und überhaupt: Haben Sie mich denn besucht und sich vor Ort einen Eindruck von meiner Arbeit und Arbeitsweise gemacht, bevor Sie die oben stehenden Zeilen publizierten?
5. möchte ich Sie gerne auf folgenden Zusammenhang hinweisen: Ja, ich habe die ARD dafür hart kritisiert, ihre Mediathek einfach ins Netz gestellt zu haben, ohne die bevorstehenden rechtlichen Grundlagen dafür abzuwarten. Ich finde dieses Vorgehen undiplomatisch, deshalb die Schärfe. Ich kritisiere zudem bis heute die ARD dafür, keinen “Tatort” ins Netz zu stellen. Nicht, weil die das nicht dürfen, sondern weil sie dieses Angebot, das sich außerhalb aller privaten Konkurrenz bewegt und damit ein Kulturgut ist, gar nicht ins Netz stellen wollen. Und das ZDF habe ich in dem verlinkten Text dafür kritisiert, über alberne Umwege Programme zu produzieren, bloß damit das Internet bespielen zu können. Beides eint aus meiner Sicht: Gebührenverschwendung, weil das eine (ZDF-Projekte) unnötig ist und die private Konkurrenz angreift, und weil das andere (ARD) mit Gebühren längst bezahlt ist, aber internetaffinen Zuschauern einfach vorenthalten wird.
6. Wenn Sie nicht einfach eine kommentierte Linkliste auf Ihre Seite gestellt, sondern sich mit meiner Biografie und sonstigen Aktivitäten beschäftigt hätten, wüssten Sie: Eine Fußnote wie die Ihre trifft nicht zu und ist damit eine unbelegte und damit übrigens auch justiziable Tatsachenbehauptung (ja, das war eine Aufforderung, die Behauptung, ich sei rechts motiviert, zu löschen). Denn allein dieser Beitrag, der allein auf meinem Vorschlag basiert, dürfte Ihnen das Gegenteil beweisen: http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/boulevard_gesellschaft/zappmigranten100.html Den genannten Kollegen habe ich lediglich verlinkt, weil ich seine medienkritische Arbeit zumindest erwähnenswert finde. Wir kennen und jedoch gar nicht persönlich. Und über seine politische Haltung ist mir nichts bekannt. Ich habe mich damit ehrlich gesagt noch gar nicht beschäftigt, danke aber für Ihren Hinweis und werde das in den nächsten Tagen nachholen. Wer weiß: Vielleicht fliegt sein Link dann sogar raus?
7. weise ich Sie darauf hin, dass mein Foto, das Sie meiner Vermutung nach einfach von einer externen Seite kopiert haben, von einem Fotografen erstellt wurde, der daran noch die Rechte hat. Da ich nicht davon ausgehe, dass Sie bei ihm Rechte erworben haben, schlage ich vor, Sie löschen das Bild wieder. Sie werden verstehen, dass ich angesichts Ihrer Arbeitsweise nicht daran denke, Ihnen ein Alternativbild zur Verfügung zu stellen.
Viele Grüße, Daniel Bouhs
LOL
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