Sie torkeln seit Jahren als landesbekannter Depp durch Deutschland. Eine bedauernswerte Kreatur, die theatralisch mit den Augen rollt, das Haar zum wilden Schleier drapiert und unzusammenhängende Sätze bellt.
Sie können nichts. Das wissen Sie, das wissen wir, das wissen alle. Umso lauter müssen Sie krakeelen und sich lärmend als Konzeptkünstler anbieten. Wenigstens das Feuilleton soll Sie liebhaben.
Allerdings: Selbst dort schwindet die Aufmerksamkeit. So bleibt Ihnen nur noch der tiefste Griff in die deutsche Provo-Kiste: Adolf Hitler.
Sie ziehen brüllend durch die Straßen, erklären die Diktatur der Kunst, rufen den Erzstaat Atlantisis aus — was letztlich nur der Titel einer Ihrer bemitleidenswert piefigen Installationen ist — und kommen prompt ins Fernsehen.

Die ARD sendete am 3. Mai 2009 in titel thesen temperamente (ttt), was der Diktaturausrufer mit dem Wohlstandsbäuchlein über den Diktator Adolf Hitler denkt:
“Alles ist Spielzeug, der Mensch ist Spielzeug der Kunst. Auch Adolf Hitler ist Spielzeug der Kunst […] Zwölf Jahre stand er auf dem Gipfel der Kreativität. Er war der Kreativste von allen.”
ttt-Ansager Dieter Moor wirkte recht ergriffen: Wow, der traut sich was, uiuiui …
Wir trauen uns auch was. Wir schreiben ein paar Zahlen auf:
- 55 Millionen Tote
- 35 Millionen Krüppel
- 22 Millionen Kriegsgefangene
- 14 Millionen Heimatlose
Der Kreativste von allen fuhr eine reiche Ernte ein. Tatsächlich, Meese, Sie sind total bescheuert.
Wenn wir es recht betrachten, sind Sie zwar ein armes Würstchen; laut Ihrem Wiki-Eintrag geistig zurückgeblieben und Ihre Komplexe in aller Öffentlichkeit therapierend. Aber selbst ein begrenzt denkfähiger Mensch wie Sie sollte den Unterschied zwischen Ironie und Relativierung kennen.
In Ihrem Drang, sich mit aller Macht in die Öffentlichkeit zu schieben, entwickeln Sie Züge eines faschismusrelativierenden Arschlochs, das sich täglich mehr zum Idioten macht.
Vielleicht sind Sie es auch.
Grüßen Sie Napoleon, wenn Sie ihm im Anstaltspark begegnen.
Messitsch by Burns
Foto (c) by Warburg
3 Kommentare ↓
Die Redaktion traut sich ja noch mehr und empfiehlt die Schau als “Ausstellungstip”. Ach <a href=”http://www.youtube.com/watch?v=Aue-fnJNN28&feature=player_embedded”je …
Hi,
wer so über die Kunst von Jonathan Meese schreibt, signalisiert lediglich, dass er in Eulenspiegels Rattenfängerfalle getappt ist. Leider ändern auch noch so intellektuell geschraubte Sätze nichts am wahren Unverstand.
Wenn 1933 die Massen A. Hitler genauso ernstgenommen hätten, wie Johannes Meese das tut, wäre der Welt die oben aufgeführte Liste sicherlich erspart geblieben.
Genau. An Meeses Wesen wäre dann die Welt genesen. Allerdings hätte Meese seine große Nummer “Hitler war der Kreativste von allen” nicht mehr bringen können, weil Hitler gar nicht an die Macht gekommen wäre.
Ein Dilemma, fast so knifflig wie die Frage, ob John Connor wirklich existieren kann, wenn der Terminator durch die Zeiten reist. Wir werden darüber nachdenken, wenn wir in Buchenwald vor den Gräbern stehen, auf die Meese spuckt, um zu provozieren.
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