Die Hysterie um Gesine Schwan und Erwin Sellering ist einigermaßen abgeklungen. Beide lehnten es ab, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Großes Geschrei, große Empörung, ganz großes Theater.
Gesine Schwan hat ihre Wahl verloren. Erwin Sellering muß erst 2011 antreten. Im Moment ruht das Thema. Zeit für wichtige Dinge, werden sich die Meinungsführer in CDU und CSU gedacht haben, und ließen das Rehabilitierungsgesetz für sogenannte Kriegsverräter durchfallen.
Die Kuschelnähe der Union zu allem, was nach Wehrmacht riecht, ist nicht neu. Bis heute schützt sie Bundeswehrkasernen, die nach faschistischen Offizieren und Generälen benannt wurden, vor der Umbenennung. Besonders Norbert Geis (CSU) versteht sich als ideeller Schirmherr der Traditionskabinette, in denen Militaria und Devotionalien aus dem Dritten Reich gesammelt werden.
Selbstverständlich kann sich ein Kämpfer wie Geis, der bei Kriegsende immerhin sieben Jahre alt war, nicht mit einer Rehabilitierung von Deserteuren abfinden. Ein deutscher Soldat ficht, wo der Führer ihn hinstellt. Wer zum Feind überläuft, ist ein Drückeberger und Kameradenschwein.
“Eine pauschale Aufhebung sei unerträglich für ihn, weil damit die Arbeit von Juristen in der NS-Zeit pauschal verunglimpft würde. ‘Alle Urteile würden damit zu Unrechtsurteilen.’”
Das heißt, Geis will die Urteile der Juristen im Dritten Reich pauschal als Rechtsurteile betrachten. Das heißt weiter, für Geis war das Dritte Reich ein Rechtsstaat.
Was war dann die DDR?
1 Kommentar ↓
Danke. Danke für diese kleine Story!
Diese Doppelmoral ist unerträglich. Aber wen wundert’s…
Mein Kommentar: