Der nach Brandenburg abgeschobene frühere Innensenator Berlins, Jörg Schönbohm, blickte während eines Interviews in eine Kristallkugel, sah zwei Flugzeuge in die Reichstagskuppel stürzen und wurde gegenüber dem 30jährigen Interviewer Michael Schlieben altväterlich:
“Vor zehn Jahren konnte sich noch niemand vorstellen, was einmal mit dem World Trade Center passiert. Sie sind noch jung genug. Sie werden noch erleben, dass etwas Ähnliches auch in Deutschland passieren kann. Warten wir ab, was bis zum Wahltermin im September noch passiert.”
Schönbohm möchte nur ein Mahner sein:
“Ich will aber um Gottes Willen nichts herbeireden. Wenn wir allerdings erst einmal einen Anschlag haben, will all die theoretischen Debatten keiner mehr hören.”
Sofern sich seine Kollegen ein wenig schlauer anstellen als beim Celler Loch, könnte es mit der deutschen Variante sogar klappen. Der Termin ist günstig; die Bundestagswahl findet erst nach dem 11. September 2009 statt.
Die Bundeswehr würde dann schon zur Wahl vor dem Reichstag aufmarschieren. Platz für Panzer und Haubitzen gibt es reichlich. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Verzahnung von Bundeswehr und Regierung, Schulter an Schulter gegen den inneren Feind.
Wie das funktioniert, hat Schönbohm auf der Militärakademie gelernt, im Proseminar über jene Zeiten, als deutsche Offiziere Kommunisten straffrei erschießen und in den Landwehrkanal werfen durften; ermuntert von der SPD.
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