Eine Meldung auf SPON beschreibt in wenigen Zahlen, wie in Deutschland Konzerne zugrundegerichtet werden. Von deutschen Strategen, nicht von US-Investoren.
SPON veröffentlichte die Garantiemieten, die Karstadt für einige seiner Warenhäuser an die Gesellschafter eines exklusiven Fonds zahlen mußte, über den die Vermietung der Häuser abgewickelt wurde. Der frühere Konzernchef Thomas Middelhoff hatte fünf Warenhäuser in Potsdam, Leipzig, München, Karlsruhe und Wiesbaden an den Immobilienhändler Josef Esch verkauft und zu satten Mieten zurückgemietet:
“In München betrug die Garantiemiete 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5.”
Und nun die Nachricht aus der Todeszone:
“Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent, so Einzelhandelsexperten, beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne.”
Middelhoff und Gattin waren am Fonds beteiligt. Ein genialer Schachzug: Als Konzernchef die Immobilien quasi an sich selbst verkaufen und komfortable Mieten kassieren.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Middelhoff wegen Untreue. Seit Zumwinkels Deal mit der Justiz kann man diese Ermittlungen als Stürmchen im Eierbecher belächeln.
Auch Fondsentwickler Esch muß nicht bangen. Die Bundesregierung sperrt sich nicht mehr gegen Staatshilfen für Arcandor. Die Mieten wären dann gesichert, und Familie Middelhoff muß das Brot nicht ohne Butter kauen.
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