Ein Flashmob erschütterte Sylt. Auf der Rentnerinsel amüsierten sich 5.000 junge Menschen, ohne polizeiliche Anmeldung, einfach so. Sie kamen, feierten und gingen.
Verboten!, ruft Ordnungsamtsleiter Hans Wilhelm Hansen. Der Flashmob-Organisator, ein liebeskranker Jüngling namens Christoph Stüber, soll nun 20.000 Euro zahlen, weil das Inselchen nach Abzug der Party People nicht mehr so klinisch sauber war wie zuvor. Außerdem wünscht die Nord-Ostsee-Bahn einen mittleren fünfstelligen Betrag für die Reinigung ihrer Züge.
Wie in Deutschland üblich, wird der Anlaß genutzt, um das Leben der Bürger mit Gesetzen und Verordnungen noch feiner zu regulieren:
“Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) kündigte an, Flashmob-Partys in der Hansestadt verhindern zu wollen: ‘Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende unorganisiert feiern und anschließend die Gemeinschaft den Dreck wegräumen und die Folgen bezahlen muss.’”
In diesem Fall haben wir einen Tip für Christoph Stüber. Er sollte sich ein Beispiel an der Loveparade nehmen und seinen nächsten Flashmob vorab als Demo deklarieren. Ein ähnlich geistreiches Motto wie “Friede, Freude, Eierkuchen“, unter dem die Loveparade 1989 als politische Demonstration angemeldet wurde, wird ihm sicher einfallen.
Bei der Loveparade funktionierte das von 1989 bis 2000. Der Müll von bis zu 1,5 Millionen Besuchern wurde jährlich von Berlin weggeräumt, auf Kosten der Stadt und zum Wohlgefallen von Planetcom.
1,5 Millionen Flashmobber auf Sylt sind doch eine nette Herausforderung für alle Beteiligten. Und im Seniorenpark, der ohnehin im Meer versinken wird, wäre endlich mal was los.
Keine Kommentare ↓
Es gibt noch keine Kommentare. Sie können das ändern. Schreiben Sie einen Kommentar in das Formular.
Mein Kommentar: