Querfront: Rechtsextreme Bündnisstrategie, die Gemeinsamkeiten zwischen den politischen Lagern betont oder zu konstruieren versucht, mit dem Ziel die politische Macht eines Nationalstaats zu übernehmen.
Aus einem Kommentar der Berliner Zeitung vom 22. Juni 2009 zur versuchten Begehung des Tempelhofer Flugfeldes:
“[…] Brandschatzende Autonome, die analog zu den Neonazis anzünden, was ihrer Ansicht nach nicht in ‘ihren’ Kiez gehört. Die Rechten brennen Dönerbuden ab, die Linken Porsches. Beide kriminellen Gruppen bringen Anwohner in Lebensgefahr, beide eint, dass sie ihre Kleinpogrome gegen unerwünschte Bevölkerungsgruppen mit selbstgeschöpften Legitimierungsmodellen rechtfertigen.
Der Unterschied besteht in der gesellschaftlichen Bewertung der Taten, namentlich in der Linken und der SPD, wo es immer noch Politaktivisten gibt, die keine ‘antifaschistische’ Demo versäumen, in den linksradikalen Brandstiftern und Schlägern aus Friedrichshain-Kreuzberg aber eine Art klammheimliche Sturmabteilung im gerechten antikapitalistischen Kampf sehen.”
Der Kommentator, der sich der Sprache der Querfront bedient, um die Differenzen zwischen Neonazis und Antifaschisten zu nivellieren, heißt Thomas Rogalla. Sie kennen ihn u.a. als Birthlers kleinen Wachhund, als Jubelperser des Mauergärtners, als ossiphoben Nordkorea-Empfehler und als unterwürfigen Stichwortgeber für den Berliner CDU-Chef Frank Henkel.
Daraus konnte man das Bild eines dummen, aber gefährlichen Herrendieners formen; einer deutschen Kriechernatur, die immer auf die Seite der Macht schleimen und dort bedingungslos nach unten treten wird, wenn es der eigenen Karriere dient.
Aber erst jetzt, mit diesem Kommentar, wird das Bild stimmig. Wer das Wort antifaschistisch in Anführungszeichen schreibt, brennende Autos als Pogrome umdeutet und die Linke mit der SA gleichsetzt, wäre sicher auf der Achse der Blöden willkommen. Für die Berliner Zeitung bedeutet diese Sprache, die nicht irgendwo versteckt erscheint, sondern an prominenter Position im Leitkommentar zu lesen ist, einen gewaltigen Sprung nach rechts.
2 Kommentare ↓
Was immer mit “abbrennenden Dönerbuden” gemeint ist, ich habe als ein dem Tagesgeschehen folgender Mensch (eigene Einschätzung) bisher nichts davon mitbekommen. Möchte nicht hoffen, dass dies ein versteckter Aufruf ist, den Steinen Brandsätze folgen zu lassen. (Hoffentlich kein Kassandraruf *schluck*)
In Lichtenberg mußte vor Jahren eine Dönerbude schließen, weil sie von Neonazis attackiert wurde. Ich weiß aber nicht, ob es dort gebrannt hat.
Ansonsten sind mir in den letzten Jahren keine brennenden Dönerbuden in Berlin bekannt. Ich lese aber nicht täglich die Polizeiberichte, kann das also nicht ausschließen (obwohl ich glaube, daß das in der Zeitung stehen würde).
Die geheuchelte Empörung über einen imaginären Mob, die nur dazu dient, die Stimmung anzuheizen und der Polizei einen Vorwand zu liefern, zuzuschlagen, ist eigentlich eine Spezialität des Tagesspiegels. Vielleicht schwappt das jetzt auch auf die BLZ über.
Mein Kommentar: