Die Sportmeldung des Tages: “Claudia Pechstein des Blutdopings überführt.”
Das hört nie auf. Zum Kotzen.
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Geschrieben von messitschbyburns am 03. Juli 2009 | Sport
Die Sportmeldung des Tages: “Claudia Pechstein des Blutdopings überführt.”
Das hört nie auf. Zum Kotzen.
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3 Kommentare ↓
Ist die Überschrift beim Tagesspiegel inzwischen geändert worden?
SPON meldet nämlich in einer Fußnote ebenfalls:
“Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde mit Verweis auf die Nachrichtenagenturen dpa und AP berichtet, Pechstein sei eines Dopingvergehens überführt. Inzwischen wurde diese Darstellung korrigiert, tatsächlich gab es keinen positiven Dopingbefund. SPIEGEL ONLINE hat den Artikel korrigiert.”
http://www.spiegel.de/sport/wintersport/0,1518,634241,00.html
Tatsächlich handelt es sich nämlich um eine reine Indizienentscheidung aufgrund eines rätselhaften Blutbildes und eines nicht von Pechstein erbrachten Beweises einer dieses erklärenden Erkrankung. Nicht daß Doping damit tatsächlich ausgeschlossen wäre, aber ich habe mich schon gestern abend gewundert, daß in der Tagesschau laut von einer Überführung wegen Doping gesprochen wurde, während in der Meldung selbst dann kein positiver Dopingtest erwähnt wurde.
Ob die rasche mediale Verurteilung etwas damit zu tun hat, daß Pechstein aus dem Osten stammt?
Letzteres ist nicht auszuschließen.
Die Berliner Zeitung schreibt heute auf ihrer Titelseite:
“Die fünffache Olympia-Siegerin Claudia Pechstein wurde am Freitag vom Weltverband ISU wegen Blutdopings für zwei Jahre gesperrt. Die 37 Jahre alte Berlinerin sei der Verwendung verbotener Substanzen überführt. Der Rechtsanwalt der erfolgreichsten deutschen Wintersportlerin kündigte an, er werde Berufung gegen die Sperre einlegen. Pechstein sei ‘ohne positive Doping-Probe’ nur aufgrund von Indizien verurteilt worden.”
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0704/seite1/0143/index.html
Weiter hinten gibt es ein maximal unvorteilhaftes Fotos von Pechstein mit der süffisanten Unterschrift: “Ist Claudia Pechstein so unschuldig wie Jan Ullrich?”
Im Text werden Pechstein die jüngsten Siege zum Vorwurf gemacht. Eine Sportlerin in ihrem Alter mache sich mit diesem Erfolg verdächtig.
Jetzt werden wohl erst mal die Anwälte aktiv. Mal sehen, was folgt.
Das liest sich ja noch seltsamer.
“Der Verwendung verbotener Substanzen überführt”. Und das angesichts der Tatsache, daß keine verbotene Substanz nachgewiesen wurde. DAS hätte nämlich einen positiven Dopingtest inlusive Öffnung der B-Probe bedeutet.
Tatsächlich wird Blutdoping heute vor allem mittels “Eigenblutdoping” realisiert. Dabei entnimmt man dem Sportler während der Trainingsphasen immer wieder Blut, dessen Anteil an roten Blutkörperchen extrahiert und und aufbewahrt wird, um es ihm vor den Wettkämpfen wieder zuzuführen, womit das Blut mehr Sauerstoff transportieren kann (aber auch dicker wird).
Bis vor kurzem war allein ein auffällig hoher Anteil an Hämoglobin als Indiz für Doping feststellbar (und führt zB. im Ski-Sport zu “Schutzsperren” von einigen Wochen), seit Monaten kann man wohl zumindest Fremdblutdoping nachweisen, bei Eigenblut wirds extrem schwer. “Verbotene Substanzen” sind aber bei beiden Verfahren nicht nachweisbar, weil nicht vorhanden.
Schon seltsam. Mal sehen, wa da rauskommt…
Mein Kommentar: