Der Forsa-Witz des Tages

Geschrieben von messitschbyburns am 01. August 2009 | Der kürzeste Witz


“Rotkäppchen-Sekt, Radeberger Bier oder Spreewald-Gurken werden weder in den neuen noch in den alten Bundesländern als typisch ostdeutsche Produkte wahrgenommen.”

Sagt Forsa. Wat ha’m wa jelacht.

4 Kommentare ↓

#1 Andreas am 01.08.09 um 14:54

Nicht schlecht.

Allerdings könnte da sogar ein Körnchen Wahrheit dahinterstecken. Die Bürger haben sich inzwischen mit der Tatsache abgefunden, daß nur noch selten das drin ist, was draufsteht. Am wenigsten zuverlässig sind Ortsangaben im Markennamen.

Warum also sollte Radeberger Bier (Besitzer die “Oettker-Gruppe”) zwingend aus Radeberg kommen oder Spreewälder Gurken aus dem Spreewald?

Es hat ja immerhin Gerichtsprozesse gebraucht, um wenigstens sicherzustellen, daß Dresdner Christstollen aus Dresden kommen muß, um so zu heißen. Und daß die (tschechischen) Budweiser ihr Bier weiterhin nach ihrer Stadt benennen dürfen, ist zumindest in Europa immer noch gerichtlich anhängig. In Übersee liegen die Rechte seit langem bei den Anheuser-Busch Companies.

Das im Osten Deutschlands immer noch berühmte Margon-Wasser kommt übrigens auch nicht mehr aus den Margon-Brunnen. Zwar wirbt man in großen Plakataktionen unter dem Oberbegriff “Heimat” mit dem Blauen Wunder (Dresden), der Moritzburg oder auch dem Schloß Weesenstein im Müglitztal. Aber der Betrieb im Nachbarort Burkhardswalde, aus dem selbst in der “gleichmacherischen Roten Diktatur” noch täglich das Margonwasser über die DDR verteilt wurde, wurde Ende 2005 geschlossen.

Nach einer Besitzer-Odyssee über Treuhand, Gerolsteiner, Brau und Brunnen, Oettker/Radeberger-Gruppe und schließlich Hassia (Hessen), wurde der originale Margon-Brunnen im Müglitztal zum innerbetrieblichen Kostenfaktor - da Hassia in Lichtenau schon Wasser produzierte und Kapazitäten frei hatte.

Geblieben ist die Marke als Etikettenschwindel und der geringe Trost, daß Lichtenau immerhin noch in Sachsen liegt. Mal schauen, wie lange “Margon-Wasser” noch aus Sachsen kommen wird…

#2 admin am 02.08.09 um 14:18

Radeberger ist eigentlich kein Ostbier mehr, wenn man die Besitzverhältnisse als Grundlage nimmt, das stimmt.

Allerdings mußt du nur auf den nächsten Witz von Leuten wie Harald Schmidt oder Mario Barth warten (also die ganze Spannbreite deutscher Komik). Sobald es um den Osten geht, wird die Spreewaldgurke bemüht. Sie ist das Symbol für den Osten schlechthin: eine eingelegte Gurke.

Während man bei Radeberger und Rotkäppchen noch vermuten könnte, daß die Herkunft wegen fehlender regionaler Bezüge im Namen eines Tages vergessen wird, ist das bei der Spreewaldgurke unmöglich. Es sei denn, die befragten Kunden wissen nicht, daß der Spreewald in Brandenburg liegt (oder einfach im Osten, das genügt ja schon). Das wäre so, als würde jemand glauben, Erdinger würde NICHT in Bayern gebraut :)

#3 Andreas am 02.08.09 um 14:47

Du überschätzt den Wissensstand vor allem westdeutscher “Verbraucher” über ostdeutsche Produkte.

Daß Erding in Bayern liegt, weiß jeder Ossi. Aber daß Radeberg in Sachsen liegt… wieviele Wessis wüßten das?

Ok, die Radeberger-Pilsner-Werbung kennen viele vielleicht noch von Pro7 - und denken, die Semperoper wäre das Stamm-Brauhaus.

Letztes Jahr ist es mir tatsächlich passiert, daß mich mitten auf dem Theaterplatz zwei Wessi-Damen fragten, wo denn in Dresden die Semperoper wäre.

http://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-s/01/02/14/d2/semperoper.jpg

Wir standen ungefähr dort, wo der Mann mit schwarzer Jacke und blauer Hose steht…

#4 admin am 03.08.09 um 08:24

:)) Ich werde auch manchmal gefragt, wo der Fernsehturm steht. Die Touristen, die mich fragen, stehen dann direkt davor :)

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