Die Zensurfestspiele bei der Berliner Zeitung streben einem neuen Höhepunkt entgegen. Der Ihnen und uns leidlich bekannte Andreas Krause Landt vermißt seine 273 sog. “Texte”, die er in der Berliner Zeitung unterbringen durfte. Im dortigen Online-Archiv sind sie seit 2008 gesperrt.
Offenbar bohrt Krause Landt nicht nur in der Nase, wenn er sein Tagwerk vollbracht hat, sondern tippt mit der anderen Hand seinen Namen in diverse Suchmasken ein. Menschen mit gering ausgeprägtem Selbstwertgefühl neigen bekanntlich zum Eigengoogeln, um sich mit der Zahl der Suchresultate eine gewisse Bedeutung vorzugaukeln. Google sagt immerhin: Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 2.210 für “andreas krause landt”.
Das Archiv der Berliner Zeitung bleibt dagegen stumm. Wir hätten es nicht einmal gemerkt. Krause Landt ist uns wirklich schnuppe. Was zu sagen war, haben wir gesagt.
Doch Krause Landts Ego ist gekränkt. Der Mann möchte gefunden werden. Er schlägt Rabatz und alarmiert die Süddeutsche Zeitung. Das angeknackste Seelchen fragte auch bei der Berliner Zeitung nach dem Verbleib seiner journalistischen Pretiosen. Dort gab man sich ahnungslos.
Welch unverhofftes Glück, daß bis vor kurzem Josef Depenbrock die BLZ regierte. Dem kann man die Schoße lächelnd in die Schuhe schieben. Das funktioniert wie bei der Berliner S-Bahn: Schuld sind immer die anderen. Nun verspricht die Chefredaktion der BLZ (kleiner ging’s nicht) umgehende Freischaltung.
Wir sind natürlich strikt dafür, daß Krause Landts braune Häufchen allen interessierten Lesern zugänglich gemacht werden. Einen eleganteren Weg der Selbstdemaskierung des Fähnleinführers kann man sich kaum denken. Und als Nebeneffekt soll jeder mit eigenen Augen sehen können, wie innig die Berliner Zeitung jahrelang einen Freund der Jungen Freiheit und des extremen rechten Randes hofierte.
Über die anderen gesperrten Artikel, die im Archiv der BLZ verschimmeln (hier und hier), mokierte sich die Süddeutsche Zeitung übrigens nicht. Ein jeder denke sich seinen Teil.
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